Die Toten und das Teppichlager Neuer Skandal um von Hagens
Wie aus Recherchen von SPIEGEL und SPIEGEL TV hervorgeht, wurden allein im Juli des vergangenen Jahres zwei Leichen ohne jegliche Begleitpapiere in das "Institut für Plastination" geliefert. Von Hagens hat in der Vergangenheit stets versichert, dass ihm die Identität jedes einzelnen Exponates seiner Körperwelten-Ausstellung persönlich bekannt sei. Die anonymen Toten sollen nur zwei von mindestens 250 Leichen gewesen sein, die in den unscheinbaren Betrieb am Neckar geliefert wurden. Dass Gunther von Hagens dort Tote plastiniert hat und gleich neben an eine Firma die dafür nötigen Chemikalien lagerte, war den Behörden bislang offenbar unbekannt. Das Gebäude ist als Teppichlager registriert. SPIEGEL TV-Reporter Steffen Haug über die dubiosen Geschäfte des Plastinators.
LEICHENHANDEL
"Russische Kadaver"
Die Affäre um die Machenschaften des "Körperwelten"-Erfinders Gunther von Hagens weitet sich aus: Die Universität Heidelberg mischte beim Geschäft mit den Toten kräftig mit. Der tote Mensch, in Scheiben tranchiert und mit Kunststoff unverweslich gemacht, dozierte Professor Wilhelm Kriz, leitender Anatom der Universität Heidelberg, sei für die moderne Medizin unverzichtbar. Ohne die Scheibenplastinate, die kleinste Äderchen, Nerven, Organ- und Knochenstrukturen en détail zeigen, wäre die Interpretation von Computertomografien ungleich schwieriger. Dass diese Technik auch Gunther von Hagens zum größten Leichenschausteller aller Zeiten machte, ändere nichts an dieser Einstellung - "eine große wissenschaftliche Leistung". mehr...
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