Das Drama um das "Ariane 5 Plus"-Programm Mission 157
Vor allem das europäische Raumfahrtprogramm "Arianespace" hat schwer zu kämpfen. Bislang sind die Europäer Marktführer. Noch. Doch Amerikaner, Russen - aber auch Inder und Chinesen - unterbieten häufig die Startpreise von "Arianespace". Die Hoffnungen von Europas Raumfahrtindustrie ruhten auf dem Raumtransportsystem "Ariane 5 Plus".
Der Start der stärksten zivilen Trägerrakete der Welt sollte den Europäern die Zukunft im All auf lange Zeit sichern. Mit der Weltrekordlast von zehn Tonnen Transportkapazität wollte man die Amerikaner und Russen beim Kampf um die Vorherrschaft im Satellitengeschäft weit hinter sich lassen. Doch dieser Versuch ist bis auf weiteres gescheitert.
Nur drei Minuten nach dem Start am 11. Dezember 2002 vom Weltraumbahnhof in Kourou/Französisch-Guayana rast die neue europäische Superrakete "Ariane 5 Plus" plötzlich orientierungslos durchs All. Die Rakete verliert rapide an Höhe und muss gesprengt werden. Rund 780 Tonnen Hightech verwandeln sich sekundenschnell in wertlosen Raumfahrtschrott und versinken im Atlantik. Ein katastrophaler Rückschlag für die europäische Raumfahrt. Weit härter als der Verlust der rund 635 Millionen Euro, die diese Mission verschlungen hat, dürfte die europäische Raumfahrt der Imageverlust treffen - galt das Ariane-Programm bisher als eines der zuverlässigsten der Welt.
SPIEGEL TV hat die Mission 157 exklusiv begleitet: vom Bau und Montage der Rakete bis zum Absturz und dessen Folgen für die europäische Raumfahrt.
Die Dokumentation über den Countdown im Regenwald schildert auch die Geschichte des größten Weltraumbahnhofs und porträtiert außerdem die Region, die sich dank des Raketenbauprogramms zum wohlhabendsten Land Lateinamerikas entwickelte - nicht ohne Folge für die Gesellschaft und die Umwelt.
TOTALSCHADEN
Neue Ariane-Rakete nach Start gesprengt
Die spektakuläre Notsprengung der neuen Ariane-5-Rakete, die zwei Satelliten ins All bringen sollte, wirft die europäische Raumfahrt weit zurück. Bei dem Fehlstart wurden rund 600 Millionen Euro vernichtet. mehr...
Die kryogene Oberstufe ESC-A der "Ariane 5 Plus"
| Höhe | 4,70 Meter |
| Durchmesser | 5,40 Meter |
| Gewicht/Masse (unbetankt) | 4,4 Tonnen |
| Treibstoffmasse | 14,6 Tonnen |
| Nutzlast | 10 Tonnen (Geostationärer Orbit) |
| Schubkraft H10 | 65 kN / rund 180.000 PS |
| Treibstoffe | LH2/LOX (kryogen) |
"ARIANE 5 PLUS"
Schwertransporter fürs All
Kommunikationssatelliten werden immer größer und immer schwerer. Um den neuen Anforderungen gerecht zu werden, hat die Raumfahrtfirma Astrium die neue Oberstufe ESC-A entwickelt. Bei dem gescheiterten Raketenstart vom 12. Dezember sollte das neue High-Tech-Bauteil seine Feuertaufe erhalten. mehr...
|
|
|
|
Flaggschiff der europäischen Raumfahrt
In Kourou startet die Ariane 5, das erfolgreichste kommerzielle Trägersystem für Satelliten und Prestigeobjekt der Raumfahrtorganisation Esa. Sehen Sie Bilder vom europäischen Weltraumbahnhof mitten im südamerikanischen Urwald. mehr...
RAKETENPROGRAMM
Ariane droht Finanzcrash
Weil Konkurrenten ihre Raketen billiger ins All schießen, hat der europäische Betreiber Arianespace massive Finanzprobleme. Schon fordern Politiker Zusagen für staatliche Hilfen. mehr...
FRANZÖSISCH-GUAYANA
Europa in der Ferne
Französisch-Guayana ist französisches Staatsgebiet und als solches auch Teil der Europäischen Union. Das Land hat mehr zu bieten als nur die weltbekannte europäische Raumfahrtstation in Kourou. mehr...