Günstiges Rezept für Cowboy Caviar: Ein Partysalat, der als Hauptgericht taugt – für 2,80 Euro - DER SPIEGEL
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Cowboy Caviar: Günstig, proteinreich, frisch und lecker

Cowboy Caviar: Günstig, proteinreich, frisch und lecker

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL

Kochen ohne Kohle Cowboy Caviar, ein Partysalat, der als Hauptgericht taugt – für 2,80 Euro

Weil die USA sich zurück in den Wilden Westen verwandeln, gibt es heute Cowboy Caviar. Anders als der Name impliziert, ist der günstig, lecker und fischfrei. Pew-Pew!
Eine Kolumne von Sebastian Maas

Im besten Fall werden es vier Jahre Zirkus. Die Zeichen deuten jedoch darauf hin, dass Donald Trump und seine First Lady Elon Musk die USA sehr viel nationalistischer, imperialistischer und menschenfeindlicher gestalten werden. Für Deutschland und Europa wird das eine politische Herausforderung, auch weil Musk sich mit seiner Propagandamaschine X so stark in die Wahlkämpfe einmischt. Für viele Menschen in den USA wird es eine Katastrophe.

Etwa, weil der verurteilte Straftäter Trump angekündigt hat, undokumentierte Einwanderer aus ihren Häusern zu holen und in Gefängnislager zu stecken. Oder weil er plant, Obdachlosigkeit (die er »urbanes Campen« nennt) zu verbieten, Wohnungslose festzunehmen und in Gefängnislager  zu stecken.

Daten über die Bürger, deren Vorlieben und politische Einstellung haben ja bereits die sozialen Netzwerke gespeichert, von denen eines inzwischen Musk gehört und das andere kürzlich vor Trump den Knicks machte. Die Meta-Plattformen Facebook, Instagram und Threads werden in Trumps zweiter Präsidentschaft keine Faktenchecks mehr durchführen . Außerdem werden die Verhaltensregeln auf den Plattformen gelockert, man(n) darf wieder Frauen als Eigentum und Haushaltsgeräte bezeichnen  oder Homosexuelle als »psychisch krank«. Das macht nicht wirklich Lust, dort in Zukunft mehr Zeit zu verbringen. Doch anstatt ein konkurrenzfähiges Netzwerk zu bauen, das Menschen gern nutzen, gab Meta stattdessen einfach Millionen von Dollar aus, um für ein TikTok-Verbot zu lobbyieren. Damit US-Amerikaner keine andere Wahl haben.

Wir haben zum Glück noch die Wahl. Unter anderem die, ob wir unsere Zeit und Aufmerksamkeit weiterhin den Meta-Netzwerken schenken wollen. Oder im Februar die Wahl, wer in den kommenden Jahren mit den Cowboy-Kollegen in den USA verhandeln soll.

Das müssen und dürfen Sie zum Glück für sich selbst entscheiden. Ich bin hier nur der Koch und Kellner, nicht der Kanzlerempfehler.

Darum gibt es hier jetzt auch noch ein Rezept von mir. Und weil Sie schon so viel lesen mussten, ein einfaches: Passend zum Thema mache ich Cowboy Caviar. Hinter dem Namen versteckt sich ein frisch-säuerlicher Bohnensalat mit Limettendressing, viel Gemüse und Proteinen, der nicht mit einem Löffel, sondern mit Nachochips gegessen wird. Man muss dafür nichts kochen, sondern kann einfach alle Zutaten klein hacken und in ein paar Minuten zusammenwerfen. Wer ihn für sich allein macht, hat bei all den benötigten Standardkonserven gleich Essen für mehrere Tage im Kühlschrank. Bei all den schlechten Nachrichten hat man sich mal eine Auszeit verdient. Also kochen wir los.

Das benötigt man für eine große Schale Cowboy Caviar

(Reicht als Beilage oder Salat für sechs Personen, als großes Hauptgericht für mindestens zwei, eher mehr)

Man muss sich heute wirklich nicht an die Mengenangaben halten – Cowboy Caviar ist ein echtes Pi-mal-Daumen-Gericht

Man muss sich heute wirklich nicht an die Mengenangaben halten – Cowboy Caviar ist ein echtes Pi-mal-Daumen-Gericht

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL
  • Zwei Dosen Bohnen, etwa Kidney-, Borlotti- oder Schwarzaugenbohnen (je 400 g)

  • eine Dose Mais (200 g) oder zwei vorgekochte Maiskolben

  • 1–2 rote Zwiebeln

  • 1 Paprika

  • 2 Limetten, idealerweise Bio, damit die Schale essbar ist

  • 1 EL Honig oder Ahornsirup

  • je 1⁄2 TL Kreuzkümmel und Korianderpulver

  • eine Handvoll Dattel- oder Cherrytomaten

  • eine Handvoll Koriander- oder Petersilienblätter

  • so viele Nachochips, wie Ihnen Ihr Arzt erlaubt

  • Öl, Salz

  • Optional: Chili, Avocado, geräuchertes Paprikapulver

Was kostet das? Als Hauptgericht landen Sie bei rund 2,80 Euro pro Portion, wenn Sie beim Discounter kaufen. Für mehr Menschen wird es entsprechend günstiger.
Wie lange dauert das? Etwa 20 Minuten.

So leicht macht man Cowboy Caviar

  • Die Bohnen in ein Sieb abgießen und unter fließendem Wasser abspülen. In eine große Schüssel geben.

  • Dosenmais oder Maiskolben ein paar Minuten in der Pfanne anrösten, ohne Öl. Das extra rauchige Aroma bringt mehr Tiefe ins Gericht. Dann mit in die Schale geben. (Vom Kolben lassen sich die Körner einfach mit dem Messer herunterschneiden, wenn man ihn wie den Schiefen Turm von Pisa auf ein Brett stellt.)

  • Die Tomaten, Kräuter und Paprika waschen. Die Zwiebel schälen. Alles klein hacken. Faustregel: Kein Stück Gemüse sollte größer sein als die Bohnen. Mit in die Schüssel geben. Wer hat, kann auch eine reife Avocado fein würfeln und mit in den Mix geben.

  • Die Limetten waschen, die Schale vorsichtig abreiben, dann den Saft auspressen. Beides in einen Mixbecher geben.

  • Kreuzkümmel, Korianderpulver und eine große Prise Salz zum Limettensaft geben. Dazu einen großen Schluck Öl (mind. 4 EL, mehr geht immer) und einen Esslöffel Ahornsirup oder Honig. Alles gut durchrühren oder kurz mit dem Pürierstab durchmixen. Mit mehr Salz abschmecken (sollte sauer sein!) und nach Belieben mit Chili oder geräuchertem Paprikapulver aufpeppen.

  • Die Soße an das Gemüse geben und alles gut durchrühren. Fertig! Dazu serviert man Nachochips.

Wenn Sie mögen, können Sie den Cowboy Caviar auch gut im Kühlschrank durchziehen lassen. Er schmeckt auch morgen und übermorgen noch gut. Und er eignet sich prima als Füllung für Burritos. Einfach ein paar Löffel der Mischung in einen Wrap geben, eine Handvoll geriebenen Käse dazu, gut einrollen und einige Minuten in der Pfanne ohne Öl erhitzen. Fertig ist ein proteinreiches Mittagessen, das lange satt macht.

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