Rezept für Zitronenpasta – für 1,50 Euro - DER SPIEGEL
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Das sommerliche Faulheitsrezept für alle, die keine Lust oder Zeit zum Kochen haben: Zitronenpasta

Das sommerliche Faulheitsrezept für alle, die keine Lust oder Zeit zum Kochen haben: Zitronenpasta

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL

Kochen ohne Kohle Sauer macht höflich: Die netteste Zitronenpasta der Welt – für 1,50 Euro

Die Welt wäre viel schöner, wenn alle respektvoller miteinander umgehen würden. So wie die Köchin dieses viralen 15-Minuten-Sommergerichts, das noch Stunden nach dem Essen auf der Zunge knistert.
Eine Kolumne von Sebastian Maas

Mitunter ist das Internet ein ziemlich fieser Ort. In Kommentarspalten wird man angepflaumt und sobald man sich 1 Felher erlaubt, überbieten sich die Besserwisser in Häme und Gemeinheiten. Dass es auch netter geht, zeigt der Fall des vielleicht freundlichsten Kochvideos des Jahres. Darin geht es um – für Leser:innen der Überschrift nicht überraschend – Zitronenpasta.

Alles begann damit, dass die kalifornische Koch-Bloggerin Emily Mariko für ihre nahezu zwölf Millionen Fans auf TikTok ein Video  mit ihrer Variante des italienischen Klassikers Spaghetti al Limone teilte. Das Rezept war zwar einfach nachzukochen, fand aber nicht nur Liebe. Vor allem Nutzer:innen mit italienischen Wurzeln waren nicht mit Marikos Zubereitungsweise einverstanden.

»Kochen ohne Kohle«

Bafög oder Azubigehalt sind schon wieder fast aufgebraucht? Der Obstkorb beim unbezahlten Agenturpraktikum war geräubert? Und bitte nicht schon wieder Pizzatoast? Alles kein Problem: In dieser Kolumne zeigt SPIEGEL-Redakteur und Hobbykoch Sebastian Maas, wie man trotz Flaute auf dem Konto leckere und besondere Gerichte zaubern kann. Dabei gibt es nur zwei Regeln:

  • Eine Portion darf maximal so viel kosten wie ein Essen in der Mensa, also drei Euro.

  • Teure Spezialgeräte sind tabu.

Was folgte dann? Aufstände in Amalfi? Kämpfe in Kampanien? Nein. Statt die US-Amerikanerin zurechtzuweisen oder gar zu beleidigen, folgte das wohl respektvollste Video der Internetgeschichte. Und zwar von einer in Deutschland lebenden Italienerin mit dem Nutzernamen »Mammaculinaria«.

Dahinter steckt eine Mutter von drei Töchtern, die sich erst dazu durchringen musste, ihr Rezept zu teilen. »Eigentlich wollte ich nicht auf das Video antworten«, sagt sie mir am Telefon, »denn so etwas kommt oft feindselig oder besserwisserisch rüber.« Um diesen Eindruck zu vermeiden, entschuldigte sie sich in ihrem Video immer wieder, etwa für ihr (ziemlich gutes) Englisch oder für das ungefragte (aber sehr leckere) Feedback. So zurückhaltend hätte sie dabei nicht sein müssen, denn beide Seiten ihrer Familie stammen aus »Napoli, wo die Zitronenpasta erfunden wurde«, wie sie sagt.

Gelohnt hat sich die Onlineetikette dann aber doch: Schon in der ersten Woche nach dem Posten bekam das höfliche Pasta-Rezept  drei Millionen Likes, über 18 Millionen Mal wurde es in nur einer Woche angeschaut – öfter als das Originalvideo der US-amerikanischen Influencerin. Zitronenpasta ist im wahrsten Sinne in aller Munde.

»Mammaculinaria«  hat mir schließlich (ganz höflich) erlaubt, das Rezept hier in der Kolumne zu teilen. Es ist nämlich rasant gemacht und obendrein günstig, wie wir das bei »Kochen ohne Kohle« am liebsten mögen. Die dünne Pasta wird in wenigen Minuten in Zitronensaft, Olivenöl und etwas Wasser cremig gekocht. Weil die Stärke der Nudeln nicht im Kochwasser eines Topfes verschwindet, entsteht mit dieser Methode eine cremige Soße, ganz ohne Sahne und Käse. Wie viele Pastagerichte wird Zitronenpasta in Italien gern als erster Gang serviert. An einem heißen Sommertag in Deutschland geht es aber auch als Hauptgericht durch.

Bloß mit der Säure sollte man aufpassen: Zitronen sind in Deutschland manchmal arg beißend, im Gegensatz etwa zu italienischen Amalfi-Zitronen, die fast schon süß schmecken. Ich zumindest habe mich beim Nachkochen verschätzt. Im Zweifel also lieber erst mal mit nur einer Zitrone anfangen und dann nach Geschmack mehr Säure zugeben.

Das braucht man für zwei Portionen Pasta al Limone

Biozitronen sollten es trotz des höheren Preises schon sein, damit die Schale bedenkenlos essbar ist

Biozitronen sollten es trotz des höheren Preises schon sein, damit die Schale bedenkenlos essbar ist

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL
  • 250 g Capellini (dünne Spaghetti)

  • Saft und Abrieb von 1 bis 2 Biozitronen, je nach Vorliebe für Saures

  • 3-4 Zehen Knoblauch

  • 1 TL Chiliflocken

  • 1-2 TL Salz

  • 100 ml Olivenöl

  • eine Handvoll frisch gezupfte Basilikumblätter

  • Optional: eine kleine Flocke Butter

Was kostet das? Je nach Menge der verbrauchten Zitronen etwa 1,50 Euro pro Person
Wie lange dauert das? Nur 15 Minuten

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Gar es ohne Bares!

Sebastian Maas
Ein SPIEGEL-Buch: Das kreative Kochbuch für alle mit kleinem Geldbeutel und wenig Zeit
Verlag: Penguin
Seitenzahl: 240
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So einfach macht man Pasta mit Zitronensoße

  • Den Knoblauch schälen und grob hacken.

  • Die Zitrone(n) waschen und Zesten reißen oder Schale abreiben. Vorsicht: Nur das Gelbe der Schale wollen wir essen, nicht den bitteren weißen Teil.

  • Etwas Wasser im Wasserkocher aufkochen lassen.

  • In einer Pfanne das Olivenöl und die Butter erhitzen. Knoblauch, Salz und Chili mit hineingeben und kurz anbraten, dann die rohen Nudeln in die Pfanne legen.

Knobi hacken, Zitrone abreiben, dann auspressen: Fertig sind die Vorbereitungen

Knobi hacken, Zitrone abreiben, dann auspressen: Fertig sind die Vorbereitungen

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL
  • Heißes Wasser in kleinen Schlucken hinzugeben und die Nudeln regelmäßig bewegen, damit sie nicht aneinander kleben.

  • Vorsicht: Wenn man das erste Mal heißes Wasser ins Öl gibt, kann es stark spritzen.

  • Capellini benötigen nur drei bis vier Minuten zum Garen, dickere Spaghettisorten entsprechend länger. Wenn die Nudeln fast al dente sind, können die Zesten (oder der Abrieb) der Zitronensaft und die Basilikumblätter hinzugegeben werden.

  • Gut durchrühren, noch eine Minute ziehen lassen und dann heiß servieren. Auf dem Teller mit Basilikum und Chili garnieren.

Heraus kommt am Ende ein tolles, leichtes Sommergericht, das noch eine Stunde später auf der Zunge bitzelt. Wem die Säure zu stark ist, der kann mit Mozzarella oder geriebenem Parmesan gegensteuern. Auch eine extra Prise Salz kann helfen.

Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und guten Appetit!

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