Anti-Terror-Waffen James Bond jagt Bin Laden
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Washington - Im Verteidigungsministerium hat nach den Terror-Anschlägen die Neuorientierung begonnen. Gegen einen Feind, der nicht mit Armeen aufmarschiert, sondern verseuchte Briefe verschickt und Flugzeuge kapert, können Milliarden teure Militärjets und Raketen wenig ausrichten. Gefragt sind flexible, ständig auf den Stand der Zeit gebrachte Kleingeräte, die Gesichter scannen, Stimmen erkennen, aus Massen von Computerdaten die relevanten Informationen filtern.
Schon die Art, in der das Pentagon in dieser Woche die 38 neuen Aufträge ausgeschrieben hat, bezeugt das veränderte Denken. Das Ministerium hat seine eigene, träge Verwaltung und hausinterne Entwicklungsabteilungen umgangen - und die "Suchanzeigen" direkt auf einer Internetseite veröffentlicht, die für jedermann zugänglich ist. Und damit natürlich auch für Gegner der USA.
Im Ausschreibungstext sind die gesuchten Produkte in vier Kategorien eingeordnet. Sie heißen:
Dieses Mal sollen sich nicht nur Rüstungsgiganten wie Boeing oder Lockheed Martin um den Zuschlag bewerben. Sondern vor allem kleine, innovative Unternehmen - oder sogar Privatpersonen mit einem Talent für Tüftelei. Bis zum 23. Dezember müssen die Erfinder eine einseitige Kurzbeschreibung ihrer Produktideen einschicken. Möglichst ein Jahr und mehrere Testläufe später sollen die Geräte dann einsatzbereit für die Jagd auf Terroristen sein.
Noch also sind die Agenten-Gimmicks, die sich die Militärstrategen wünschen, nicht erfunden. Und ob sie in absehbarer Zeit in der gewünschten Form funktionieren, ist unsicher. Denn einige der Beschreibungen in der Pentagon-Wunschliste lesen sich so, als hätte sie Bond-Helfer Q ersonnen.
Der Arabisch-Alarm
Weil es den Lauschangriff-Experten des Militärs schwer fällt, aus der Kakophonie der abertausendfach abgehörten Stimmen die bedeutsamen Informationen zu fischen, suchen sie eine Spezialsoftware zur Stimmerkennung. Das Ziel: Ein Computer soll Gespräche entdecken, die in Arabisch, Paschtu, Urdu, Farsi oder anderen Sprachen der islamischen Welt geführt werden. Zur Verwendung durch die Geheimdienste.
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Der Mini-Lügendetektor
Ein tragbares "Betrugsentdeckungssystem" soll helfen, Flugzeugentführer aufzuspüren oder Terroristen an der Einreise in die USA zu hindern. Wie traditionelle, aber viel zu große Lügendetektoren soll die neue Technik elektrische Ströme auf der Haut und somit die Nervosität einer Person messen - und daraus ableiten, ob diese lügt oder nicht. Vor allem für die Benutzung in Flugzeugen oder auf Flughäfen gedacht. Besonders wichtig: Der Einsatz des Lügentesters für die Tasche darf nicht zu viel Zeit beanspruchen.
Der Bunker-Sucher
Die Militärs suchen dringend nach einem technischen System, das ihnen beim Aufspüren unterirdischer Höhlen oder Bunker behilflich ist, die als Unterschlupf für Terroristen dienen. Basis des Systems könnten Radar, Sonar oder noch unbekannte Techniken sein.
Der portable Mauer-Durchleuchter
Die Armeestrategen möchten Soldaten mit einem kleinen, nicht zu schweren Gerät ausrüsten, das feindliche Truppen aufspüren kann, die sich hinter Mauern verbergen. Wichtig ist, dass die Apparatur den genauen Standort und die Zahl der Feinde bestimmen kann. Das Gerät muss über ein bedienerfreundliches Display verfügen und stabil genug sein, um auch gefährliche Einsätze zu überstehen.
Der Kampfstoff-Schnüffler
Ebenfalls dringend gesucht ist eine chemische oder physikalische Methode, mit der die Militärs Personen erkennen können, die Kontakt zu Massenvernichtungswaffen hatten - auch wenn dieser Kontakt Wochen zurückliegt. Die Erfinder müssen erforschen, wie die (noch nicht tödliche) Nähe zu Nuklearmaterial, Giftgasen oder biologischen Waffen wie Anthrax-Sporen den Körper eines Terroristen verändert - und auf diesen Erkenntnissen ihre Labortechniken oder Gerätideen aufbauen.
Aber sind diese Produktideen nicht bloße Phantasterei? Nein, glaubt David Rockwell, Elektronik-Experte der Beratungsfirma Teal Group in Washington. Der "Washington Post" sagte er, viele der Produkte gäbe es bereits - als Idee oder in Form von Skizzen und Bauplänen.Nur habe bisher das Geld gefehlt, um diese Ideen zu realisieren, die Geräte tatsächlich in Massen zu produzieren. Das aber dürfte sich jetzt ändern - dank des Umdenkens im Pentagon.