Ausfälle im Osten Apfelernte so niedrig wie seit sieben Jahren nicht mehr
Dieser Obsthof in Sülzetal in Sachsen-Anhalt erwartet 80 Prozent weniger Ertrag bei der Apfelernte
Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / dpaIn Deutschland werden in diesem Jahr voraussichtlich so wenig Äpfel geerntet wie zuletzt 2017. Die Obstbaubetriebe erwarten eine weit unterdurchschnittliche Menge von 734.000 Tonnen, wie das Statistische Bundesamt auf der Grundlage einer Schätzung aus dem Juli berichtet .
Das wären rund 22 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Wert läge außerdem 26,3 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.
Vor allem in Ländern wie Thüringen und Sachsen haben Spätfröste dafür gesorgt, dass die Blüten erfrieren und die Bäume nur einen schlechten Fruchtansatz bilden konnten, berichtet das Statistikamt. Hinzu kam Hagelschlag.
Starke Niederschläge und die häufig feuchtkühle Witterung hemmten im weiteren Jahresverlauf die Entwicklung der Früchte. Die Ernteausfälle betragen bis zu 90 Prozent.
Klimawandel führt zu mehr Starkregen
Das Frühjahr 2024 war in Deutschland das wärmste seit Messbeginn im Jahr 1881, gleichzeitig gab es regional reichlich Extremniederschläge und schwere Gewitter. »Starkregen wird durch die Klimaerwärmung häufiger und intensiver«, sagte Klimaforscher Stefan Rahmstorf dem SPIEGEL im Juni. (Lesen Sie mehr zu den Hintergründen hier im Interview .)
Für Landwirte werde das Wetter unberechenbarer, sagte Forscher Rahmstorf. So hatte etwa die Internationale Organisation für Rebe und Wein (OIV) im April erklärt, dass die weltweite Weinproduktion im vergangenen Jahr um zehn Prozent zurückgegangen sei. Das sei der größte Rückgang seit 62 Jahren und läge hauptsächlich an »extremen Umweltverhältnissen« wie Dürren, Bränden und anderen klimabezogenen Problemen.
Bei der deutschen Apfelernte werden wegen der Ertragsausfälle im Osten im laufenden Jahr voraussichtlich drei Viertel der deutschen Apfelernte aus den großen Anbaugebieten in Baden-Württemberg (Bodensee) und Niedersachsen (Altes Land) kommen. Die beiden Bundesländer vereinen gut 60 Prozent der gesamtdeutschen Anbaufläche für Äpfel auf sich.
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Baden-Württemberg ist auch die einzige Region, die eine überdurchschnittliche Ernte bei Pflaumen und Zwetschgen erwartet. Deutschlandweit werden mit voraussichtlich rund 37.100 Tonnen deutlich weniger Früchte dieser Art geerntet.