Autohersteller Gefahr für die Formel 1
München - EM.TV wird die Option wahrscheinlich ausüben, meldet die "Financial Times". Die KirchGruppe stelle dafür eine Milliarde Dollar zur Verfügung. Der Medienkonzern soll eine Bestätigung seines Buchprüfers KPMG vorgelegt haben, wonach die Finanzierung des SLEC-Kaufs gesichert sei. Zu den Finanziers sollen Credit Suisse First Boston und Lehman Brothers gehören. Für die Bezahlung habe man vier Wochen Zeit.
Sollte Kirch in die Formel 1 einsteigen, drohen die großen Autohersteller mit dem Ausstieg. Wolfgang Reitzle, Chef von Fords Premia Automotive Group, und Mercedes-Benz-Lenker Jürgen Hubbert drohen mit einer Konkurrenzveranstaltung zur bisherigen Formel 1, sollte Kirch die WM-Übertragungen in seine Pay-TV-Kanäle verschieben.
Bei Ausübung der Option verbleiben die restlichen 25 Prozent an SLEC beim Formel-1-Organisator Bernie Ecclestone. Eine Zeitlang hatte es geheißen, Ecclestone wolle einen Einstieg der KirchGruppe in die Vermarktung der Rennsportserie mit einem Veto verhindern. Es sei eindeutig in den Firmenstatuten festgelegt, dass kein Fernsehsender als Eigentümer ins Formel-1-Geschäft einsteigen dürfe. Zuletzt hatte Ecclestone jedoch versöhnlichere Töne gegenüber Kirch angeschlagen.
Der Einstieg von Kirch könnte auch noch von Verantworlichen des Formel-1-Verbandes FIA verhindert werden. Dem FIA-Präsidenten Max Mosley zufolge ist mit der SLEC vertraglich festgelegt, dass der Verband im Falle eines Besitzerwechsels ein Kündigungsrecht besitzt. Außerdem hat sich Bernie Ecclestone bisher nicht die Rechte für die Formel 1 über 2010 hinaus gesichert. Sollte er dies bis zum 22. März nicht tun, würde die Vermarktung der Autorennen neu ausgeschrieben, die SLEC wäre damit eine wertlose Hülle.