MobilCom: Schmid dementiert erneuten Winkelzug - DER SPIEGEL
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MobilCom Schmid dementiert erneuten Winkelzug

Der frühere MobilCom-Chef Gerhard Schmid hat einem Zeitungsbericht zufolge einen Teil seiner Papiere auf seine Ehefrau übertragen. Der Großaktionär weist den Vorwurf weit von sich.
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Berlin/Büdelsdorf - Schmids Verhandlungen mit der Bundesregierung über die zukünftige Verwaltung seiner Anteile durch einen Treuhänder wurden in der Nacht vertagt und sollten einem Sprecher Schmids zufolge am Donnerstag fortgesetzt werden.

Schmid habe knapp ein Drittel seiner Aktien an dem finanziell angeschlagenen Mobilfunkunternehmen MobilCom   auf seine Ehefrau Sybille Schmid-Sindram übertragen, berichtet die "Financial Times Deutschland" ohne Angabe von Quellen. Sybille Schmid-Sindram halte damit etwa elf Prozent der MobilCom-Aktien, die nicht mehr Bestandteil des Treuhändervertrages wären, so das Blatt.

Ein Sprecher Schmids sagte am Donnerstagmorgen, die Darstellung der FTD sei falsch. Ihr Mandant habe keine Aktien an seine Gattin übertragen.

Bereits heute Insolvenzantrag?

Der Treuhändervertrag gilt als Voraussetzung dafür, dass Großaktionär France Télécom (FT) das Unternehmen im Rahmen eines Rettungspakets weitgehend entschuldet. FT will einer Gesamtlösung aber nur dann zustimmen, wenn Schmid jeglichen Einfluss auf MobilCom aufgibt. Zu dem Rettungspaket gehören auch Liquiditätshilfen von Banken an MobilCom. Bei dem Unternehmen war in der Nacht zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Nach IG-Metall-Angaben muss MobilCom bereits am Donnerstag Insolvenz , falls bis dahin keine Einigung erzielt worden sein sollte. "Wenn heute nichts passiert, steht morgen der Gang zum Insolvenzgericht an", sagte der IG-Metall-Bevollmächtigte Kai Petersen am Mittwoch. Ein MobilCom-Sprecher dementierte diese Darstellung am Donnerstagmorgen: "Wir werden heute keinen stellen müssen".

Strohfrau vom Dienst

Schmid ist wegen intransparenter Aktiendeals mit seiner Ehefrau bereits mehrfach aufgefallen. Aus taktischen Erwägungen hatte Schmid seine Ehegatting einst überraschend zur MobilCom-Großaktionärin gemacht. Im Februar dieses Jahres übertrug Schmid seiner Frau eigenmächtig ein Anteilspaket für ein Aktienoptionsprogramm - ohne Plazet des Aufsichtsrats. Schmid bestritt damals, dass er seine Gattin als Strohfrau benutze. "Meine Frau hat ihr eigenes Vermögen und kauft ihre eigenen Aktien. Wir haben Gütertrennung. Sie macht ihre Geschäfte und ich mache meine."