Nach Compaq-Übernahme: Jagd auf Big Blue - DER SPIEGEL
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Nach Compaq-Übernahme Jagd auf Big Blue

Elefantenhochzeit in der Computerbranche, Hewlett-Packard übernimmt den Konkurrenten Compaq. Carly Fiorina, die Chefin des neuen Großkonzerns, will IBM die Vorherrschaft streitig machen.
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Palo Alto/New York - Hewlett-Packard (HP)   will seinen Konkurrenten Compaq   per Aktientausch kaufen und damit an die Weltspitze aufsteigen. Wie beide Unternehmen in der Nacht zum Dienstag im kalifornischen Palo Alto und im texanischen Houston ankündigten, zahlt HP für Compaq rund 25 Milliarden Dollar (rund 54 Milliarden Mark) in eigenen Aktien. Die Fusion soll jährliche Einsparungen von 2,5 Milliarden Dollar ermöglichen und in der ersten Hälfte des kommenden Jahres besiegelt werden. Damit würde das zweitgrößte Computerunternehmen der Welt hinter IBM geschaffen.

Beide Partner rechnen eigenen Angaben zufolge künftig mit mehr als 145.000 Beschäftigten im neuen Konzern. Dies wären fast 5000 weniger als die einzelnen Unternehmen bisher beschäftigten. Dem Vorhaben müssen noch Aktionäre und Kartellbehörden zustimmen.

Gelingt der Zusammenschluss, verkaufen HP und Compaq künftig so viele Personal Computer (PC) wie der derzeitige Weltmarktführer in dieser Sparte, der Direkt-Versender Dell. Der vor allem auf Netzwerk-Server, Laptops und Mutimedia-Rechnern spezialisierte Compaq-Konzern liegt derzeit auf Platz zwei, HP kommt vor allem mit Büro-Rechnern auf den dritten Rang. Eine Führungsrolle hat der neue Konzern eigenen Angaben zufolge auch bei Netzwerk-Servern und Druckern.

An der neuen Hewlett-Packard-Gruppe sollen die bisherigen HP-Aktionäre 64 Prozent halten und die Anteilseigner von Compaq 36 Prozent. Gemeinsam stehen die Partner für einen Jahresumsatz von 87 Milliarden Dollar. Die bisherige HP-Chefin Carly Fiorina soll auch weiterhin das Unternehmen führen, für Compaq-Boss Michael Capellas ist der eher strategische Posten des Präsidenten vorgesehen.

Die Führungsgremien beider Unternehmen gaben den Angaben zufolge bereits grünes Licht für die Fusion. Seinen Sitz soll der neue Hewlett-Packard-Konzern wie bisher in Palo Alto haben. Compaq-Aktionäre sollen für jede eigene Aktie 0,6325 HP-Anteilsscheine erhalten. Dies bedeutet einen Aufpreis von 18 Prozent gemessen am Börsenschluss vom Freitag: Compaq-Aktien waren mit 12,35 Dollar bewertet worden und HP-Papiere mit 23,21 Dollar. Am Montag waren die US-Börsen wegen des Feiertages Labor Day geschlossen.