Palm/Handspring: Steuerhürden verhindern erhoffte Fusion - DER SPIEGEL
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Palm/Handspring Steuerhürden verhindern erhoffte Fusion

Spekulationen über eine Fusion von Palm und Handspring haben die Aktienkurse der kriselnden Handheld-Hersteller jäh in die Höhe getrieben. Doch eine Firmen-Hochzeit ist unwahrscheinlich, wenn die US-Steuerbehörde ihre strikten Regeln nicht aufweicht.
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New York - Der Aufstieg der beiden Tech-Werte begann am Freitag und setzte sich am Montag in noch rasanterem Tempo fort: Palm stieg an der Wall Street um 13 Prozent auf 3,87 Dollar, Handspring schoss sogar um 35 Prozent auf 5,41 Dollar in die Höhe. Palm konnte seine Gewinne am Dienstag zunächst halten, Handspring legte am späten Nachmittag noch einmal um über drei Prozent zu.

Händler spekulierten darauf, dass die beiden Konkurrenten nach dem Rücktritt von Palm-Chef Carl Yankowski ihre Feindschaft beilegen, fusionieren und sich mit vereinter Kraft gegen übermächtige Konkurrenten wie Sony und Microsoft wenden.

Eine Kolumne im "Wall Street Journal", in der diverse Analysten mit positiven Urteilen über die strategischen Vorteile einer solchen Firmen-Union zitiert wurden, hatte dieser Hoffnung weiter Auftrieb gegeben. Dass Palm eine Stellungnahme zu dem Bericht ablehnte und ein Handspring-Sprecher "aktive Gespräche über eine Fusion" dementierte, konnte den Kursanstieg nicht stoppen.

Für beide Handheld-Hersteller wäre ein Merger, bei dem Palm als stärkere Partner aufträte, eine Art Wiedervereinigung. Die Palm-Mitgründer Donna Dubinsky und Jeff Hawkins haben das Unternehmen vor drei Jahren im Streit verlassen, um Handspring zu gründen. Handspring benutzt immer noch das Betriebssystem von Palm - das derzeit stark unter dem Vormarsch des Konkurrenzproduktes von Microsoft leidet.

Wenn Palm und Handspring ihren Preiskrieg beenden, könnte das beiden Beteiligten helfen, die massiven Verluste abzubauen. Im vergangenen Quartal hatte Palm ein Minus von 38,7 Millionen Dollar gemeldet, Handspring verlor 32 Millionen Dollar. Palm soll eine mögliche Übernahme von Handspring bereits auf höchster Ebene diskutiert haben, berichtet das "Wall Street Journal".

Dass die Pläne offenbar verworfen wurden, könnte mehrere Gründe haben: Einige Analysten wie Andy Neff von Bear Stearns & Co. glauben, dass eine Übernahme für den größeren Partner Palm nicht genügend Vorteile bringe: Die Produktpalette von Handspring sei einfach zu klein und nicht wettbewerbsfähig genug.

Zudem sind die persönlichen Querelen auch nach Yankowskis Abgang nicht beendet: Auch der Interims-Chef von Palm, Eric Benhamou, steht mit Dubinsky und Hawkins auf dem Kriegsfuß. Die drei waren Mitte der neunziger Jahre aneinander geraten, als sie bei Palm arbeiteten, das damals zu 3Com gehörte.

Das größte Problem für die Fusion, egal wie sinnvoll sie wirtschaftlich sein mag, liegt aber im Regelwerk der US-Steuerbehörde IRS (Internal Revenue Service). Die IRS gestattete die steuerfreie Abspaltung Palms von 3Com im letzten Jahr nur unter einem Vorbehalt: Mindestens 51 Prozent der Palm-Aktien dürfen bis zum Juli 2002 nicht den Besitzer wechseln.

Wenn Palm ein anderes Unternehmen per Aktientausch kaufen wollte oder Palm selbst geschluckt werden sollte, würde die IRS ein Bußgeld verhängen - es sei denn, die Steuerbehörde höbe zuvor ihre eigene Regel auf. Die Palm-Führung zumindest geht nach offiziellen Mitteilungen davon aus, dass ein Merger auf absehbare Zeit unpraktikabel ist. Im letzten Palm-Geschäftsbericht heißt es: "Unsere Fähigkeit zu Fusionen und Übernahmen ist eingeschränkt".