PDA-Markt: Dell wildert in Palms Reich - DER SPIEGEL
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PDA-Markt Dell wildert in Palms Reich

Der US-Computerhersteller Dell steigt in das Geschäft mit Personal Data Assistants (PDA) ein. Für den einstigen Branchenprimus Palm ist das ein schwerer Schlag.
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Hamburg - David Nagel, Präsident des Betriebssystem-Herstellers PalmSource bemühte sich auf einem Pressetermin in London, tapfer zu wirken. Dass der texanische Computerhersteller Dell demnächst einen eigenen Kleincomputer (PDA) herstellt, werde "Auswirkungen auf den Markt für Handhelds" haben, so Nagel. Einen Grund zur Besorgnis gebe es jedoch nicht.

Tatsächlich hat das Management in Palms   Hauptquartier im kalifornischen Milpitas Grund zur Panik. Experten sind sich einig, dass Dells Eintritt in den PDA-Markt die gesamte Branche durcheinander wirbeln wird. "Das ist vermutlich das größte Ereignis, seit Microsoft [sein Betriebssystem] Pocket PC 2002 eingeführt hat", sagt Todd Kort, Analyst bei der Unternehmensberatung Gartner.

Doppelschlag gegen Palm

Dells   Handheld mit dem etwas sperrigen Namen Axim X5 ist für Palm gleich in zweierlei Hinsicht eine Katastrophe. Zum einen hat sich Michael Dell entschieden, seinen PDA nicht mit dem Betriebssystem Palm OS auszustatten, sondern mit Microsofts   Pocket PC Software, einer Kleincomputerversion von Windows.

In den vergangenen Jahren hat Palm bereits seine einst monopolartige Stellung bei PDA-Betriebssystemen eingebüßt. Kort von Gartner geht davon aus, dass Dell bis Ende 2003 etwa eine Million Axims allein in den USA absetzen wird. Dells Marktanteil wird nach seiner Prognose in diesem Zeitraum auf 30 Prozent ansteigen. Der Marktanteil von Palms Betriebssystem wird in der Folge weiter sinken.

Brutaler Preiskampf

Zweitens wird Dell wie bereits bei Personalcomputern (PCs) die Preise ruinieren. Im PC-Markt sind die Texaner inzwischen das einzige Unternehmen, das mit Desktop-Rechnern noch Geld verdient. Sein PDA-Einsteigermodell wird Dell nach einem Bericht der "Information Week" ab dem 25. November für 199 Dollar anbieten, das Premiumgerät soll 299 Dollar kosten. Damit ist Palms wichtigstes Verkaufsargument gegenüber dem Pocket PC - der niedrigere Preis - dahin.

Denn Geräte mit Microsofts Betriebssystem waren bisher kaum unter 500 Dollar zu haben, Palms Geräte sind mehrheitlich billiger. Durch Dells Kampfpreise kann Palm fortan höchstens noch mit seine Billig-PDA Zire (Preis: 100 Dollar) punkten, dessen magere Funktionen dürften aber selbst vielen genügsamen Kunden nicht ausreichen. Im Geschäftskundensegment wird Palm aller Voraussicht noch stärker unter Druck geraten - sein neues Profi-Modell Tungsten kostet reichlich sechzig Prozent mehr als Dells Premiumgerät.

Nagel von PalmSource hofft indes, doch noch mit Michael Dell ins Geschäft zu kommen: "Die meisten Hersteller lehnen es ab, ausschließlich auf eine Plattform zu setzen".

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