Lebensmittel Foodwatch kritisiert Fleisch-Mogelei
Rindfleisch-Angebot im Supermarkt: Länger und leichter zu verkaufen
Foto: A3508 Rolf Vennenbernd/ dpaMehr als hundert Fleischpackungen aus den Kühlregalen von Rewe, Marktkauf (Edeka), Aldi und Lidl hat die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch nach SPIEGEL-Informationen untersucht, das Ergebnis wird am Montag vorstellt. Bei der Untersuchung habe man festgestellt, dass alle Proben beim Kauf eine Sauerstoffkonzentration von 60 bis 85 Prozent enthielten.
Der Sauerstoff lässt den Muskelfarbstoff Myoglobin oxidieren, das Fleisch bleibt schön rot. "Einziges Ziel ist es, das Fleisch besonders attraktiv, also frisch erscheinen zu lassen, damit es länger und leichter verkauft wird", kritisiert Matthias Wolfschmidt von Foodwatch.
Das Problem: Durch die Beigabe des hochkonzentrierten Gases treten neben der roten Färbung eine "Reihe unerwünschter, der Qualität abträglicher Wirkungen auf", wie es in einer Stellungnahme des Max-Rubner-Instituts heißt, dem Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel. Das Aroma werde flacher, die Zartheit und Saftigkeit des Fleisches nehme ab, es werde ranzig.
Die Handelsketten wehren sich allerdings: "Bei Verpackung von frisch geschlachtetem und zerlegtem Fleisch entsteht kein ranziger Geschmack des Fettgewebeanteils", heißt es bei Lidl. Edeka verweist darauf, dass so die Keimflora unterdrückt werde und das Verfahren damit "der Qualitätssicherung" diene.
Foodwatch-Mann Wolfschmidt fordert von der Industrie, auf den Sauerstoffeinsatz zu verzichten.