WAZ Gesellschafter gegen Springer-Einstieg
Essen/München - Wie die "Frankfurter Allgemeine" (FAZ) am Donnerstag vorab berichtete, soll sich die Schubries-Familie, die mit einem Sechstel an der WAZ- Gruppe beteiligt ist, bereits vor längerer Zeit gegen eine Beteiligung bei Springer entschieden haben. Ohne deren Zustimmung sei der Deal nicht möglich, schreibt das Blatt in seiner Freitagausgabe. Ein WAZ-Sprecher in Essen wollte den Bericht nicht kommentieren.
Maßgeblich für die Ablehnung sei die schwierige wirtschaftliche Situation des Springer-Verlages, die Höhe des Kaufpreises und die Unsicherheit, ob man einen angemessenen unternehmerischen Einfluss bei Springer bekomme. Auch der Widerstand der Springer-Familiengesellschafter und die Vinkulierung der Aktien spreche gegen den Einstieg. Hinzu kämen kartellrechtliche Bedenken. Der Schubries-Stamm zählt nach Angaben der Zeitung zur Funke-Familiengruppe, die fünfzig Prozent der WAZ hält.
Kirch kämpft weiter
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Unterdessen kämpft der Medienunternehmer Leo Kirch vor Gericht um den Verkauf seines Anteils am Axel-Springer-Verlag. Am Donnerstag legte Kirch beim Landgericht München Widerspruch gegen eine einstweilige Verfügung ein, die Springer zwei Tage zuvor gegen Kirch erwirkt hatte. Nun muss das Gericht in einer mündlichen Verhandlung entscheiden, ob diese Bestand hat, sagte ein Gerichtssprecher am Donnerstag in München. Ein Termin stehe noch nicht fest.
Kirch verhandelt seit Wochen mit der WAZ-Gruppe über seine 40- prozentige Beteiligung am Springer-Verlag. Letzterer wollte den Verkauf an die WAZ oder einen anderen missliebigen Aktionär durch die einstweilige Verfügung verhindern. Sollte sich bei der mündlichen Verhandlung herausstellen, dass Springer die einstweilige Verfügung zu Unrecht durchgesetzt hat, will Kirch den Springer-Verlag auf Schadenersatz verklagen. Durch die Blockade sei Kirch möglicherweise ein Verkaufserlös in Millionenhöhe entgangen, hieß es in Kirch-Kreisen zur Begründung.