DSL-Anbieter im Vergleich
Bei DSL-Tarifen gibt es nicht nur hinsichtlich der monatlichen Grundgebühr massive Unterschiede – dasselbe gilt für die Surfgeschwindigkeiten beim Down- und Upload, die Laufzeit sowie Zusatzkosten. Nur wer all diese Punkte in einen DSL-Vergleich einbezieht, findet schneller einen Tarif, der zur eigenen Nutzung passt und das beste Preis-Leistungsverhältnis bietet.
Die passende Datenrate eines DSL-Anschlusses richtet sich im Wesentlichen nach den Anwendungen, die gleichzeitig über den Anschluss laufen. Wer nur Webseiten aufruft und E-Mails schreibt, benötigt deutlich weniger Bandbreite als ein Haushalt mit mehreren Streams, Videokonferenzen, Cloud-Backups und großen Downloads.
Die Zahl der Personen allein liefert dafür keine verlässliche Orientierung. Zwei intensive Nutzer können einen Anschluss stärker auslasten als eine größere Familie mit überwiegend einfacher Internetnutzung.
Tarife mit 16 Mbit/s stoßen heute schnell an ihre Grenzen. Schon ein einzelner 4K-Stream kann die verfügbare Datenrate weitgehend auslasten oder überfordern. Läuft parallel eine Videokonferenz, ein Update oder ein weiterer Stream, kommt es schnell zu längeren Ladezeiten, Qualitätseinbußen und Unterbrechungen.
Für einfache Nutzung mit Webseiten, E-Mails, Musikstreaming und einzelnen Videos in niedrigerer Auflösung kann die Datenrate gerade noch ausreichen. Für Haushalte mit regelmäßiger Parallelnutzung bietet sie kaum Reserve.
50 Mbit/s beim DSL-Anschluss reichen für viele typische Anwendungen aus. Dazu gehören Surfen, Musikstreaming, Videotelefonie und einzelne hochauflösende Videostreams.
Engpässe entstehen vor allem bei mehreren parallelen Streams, großen Downloads oder gleichzeitiger Nutzung durch mehrere Personen. Umfangreiche Spiele und Systemupdates benötigen spürbar mehr Zeit als bei einem Anschluss mit 100 Mbit/s oder mehr.
100 Mbit/s bieten bei einem DSL-Anschluss genug Spielraum für mehrere parallele Streams, regelmäßige Videokonferenzen und größere Downloads. Diese Tarifklasse passt zu Haushalten, in denen mehrere Personen gleichzeitig online arbeiten, streamen oder spielen.
Der Sprung von 50 auf 100 Mbit/s macht sich vor allem bei paralleler Nutzung und großen Dateien bemerkbar. Beim normalen Surfen oder Abrufen von E-Mails fällt der Unterschied dagegen kaum auf.
250 Mbit/s verkürzen große Downloads deutlich und schaffen Reserve für viele gleichzeitig aktive Geräte. Die Datenrate kann sich für Haushalte lohnen, in denen regelmäßig umfangreiche Spiele, hochauflösende Medien oder große Arbeitsdateien übertragen werden.
Wer überwiegend surft, E-Mails schreibt und einzelne Streams abruft, schöpft diese Bandbreite kaum aus. Ein günstigerer Tarif kann dann denselben praktischen Nutzen bieten.
| Typische Nutzung | Geeignete Größenordnung |
|---|---|
| Webseiten, E-Mails, Musik und einzelne Videos | 16 bis 50 Mbit/s |
| Videokonferenzen, mehrere Streams und regelmäßige Downloads | 50 bis 100 Mbit/s |
| Viele parallele Nutzer und häufige große Downloads | 100 bis 250 Mbit/s |
| Sehr große Downloads in möglichst kurzer Zeit | 250 Mbit/s, sofern verfügbar |
Beim DSL-Tarifvergleich wird oft nur auf den Download geschaut – schließlich führen die meisten Tarife diesen ja bereits in ihrem Namen. Viele Anwendungen belasten jedoch auch den Upload deutlich stärker als früher:
Videokonferenzen übertragen Bild und Ton laufend ins Internet. Cloud-Dienste sichern Fotos, Videos und Dokumente im Hintergrund. Auch das Versenden großer Dateien, Livestreaming, Online-Gaming und die Fernsicherung eines Computers benötigen eine stabile Uploadrate.
Im Produktinformationsblatt werden Download und Upload getrennt ausgewiesen. Zusätzlich sollte man dort die normalerweise verfügbare und die minimale Geschwindigkeit prüfen, statt sich nur am beworbenen Maximalwert zu orientieren. Dies ermöglicht deutlich realistischere Einschätzungen, denn nur weil ein Tarif die Zahl 100 in der Bezeichnung führt, bedeutet das nicht, dass auch immer 100 Mbit/s anliegen.
Für den Effektivpreis werden alle Grundgebühren, Anschlusskosten, Versandkosten und Routerkosten eines DSL-Anschlusses addiert. Davon zieht man nur Boni ab, deren Bedingungen sicher erfüllt werden. Die Gesamtsumme wird anschließend durch die Zahl der Vertragsmonate geteilt.
Beispielrechnung für einen DSL-Anschluss: Ein Tarif kostet in den ersten zehn Monaten 20 Euro und danach 40 Euro. Bei 24 Monaten Laufzeit ergeben sich 760 Euro Grundgebühr. Kommen 50 Euro für die Bereitstellung und 120 Euro Routermiete hinzu, entstehen Gesamtkosten von 930 Euro. Der durchschnittliche Monatspreis oder auch Effektivpreis liegt damit bei 38,75 Euro.
Auf diese Weise lassen sich Tarife mit unterschiedlich langen Rabattphasen direkt vergleichen. In unserem Vergleichsrechner sind diese Faktoren bereits berücksichtigt.
Bei einem regulären Anbieterwechsel sollte man den neuen Anbieter mit der Kündigung des bisherigen Vertrags beauftragen. So lassen sich die Zeitpunkte für Abschaltung, Freischaltung und die Rufnummernmitnahme aufeinander abstimmen.
Für den Wechsel werden meist folgende Angaben benötigt:
Name und Anschrift sollten in beiden Verträgen unbedingt übereinstimmen. Bereits kleine Abweichungen wie ein Zahlendreher bei der Anschrift oder dem Geburtsdatum können Rückfragen und Verzögerungen verursachen.
Die Rufnummernmitnahme ist kostenfrei. Bei einem abgestimmten Wechsel darf der Anschluss grundsätzlich nicht länger als einen Kalendertag unterbrochen werden.
Kann der bisherige Anbieter die vereinbarte Leistung am neuen Wohnort bereitstellen, läuft der Vertrag in der Regel weiter. Der bisherige Anbieter wird hier wenig Entgegenkommen zeigen, wenn man den laufenden Vertrag aufgrund es Umzugs kündigen will. Ist die Leistung dort jedoch nicht verfügbar, kann man den Vertrag mit einer Frist von einem Monat kündigen.
Vor einem Umzug sollte man deshalb zuerst die Verfügbarkeit an der neuen Adresse prüfen. Erst danach lässt sich klären, ob der bestehende Vertrag mitgenommen oder beendet werden kann.
Eine langsame Internet-Verbindung bedeutet nicht automatisch, dass der DSL-Anschluss zu wenig Leistung liefert. Die Entfernung zum Router, dicke Wände, überlastete Funkkanäle und ältere Endgeräte können die Geschwindigkeit im Heimnetz deutlich verringern.
Für eine belastbare Prüfung verbindet man einen Computer per Netzwerkkabel direkt mit dem Router und beendet andere Übertragungen. Bleibt die Geschwindigkeit deutlich unter den Vertragsangaben, lässt sich die Leistung mit der Desktop-App der Bundesnetzagentur dokumentieren.
Das Messverfahren umfasst 30 Messungen an drei unterschiedlichen Kalendertagen innerhalb von höchstens 14 Tagen. Das erzeugte Protokoll kann man dem Anbieter vorlegen. Bei einer nachgewiesenen erheblichen Abweichung kommen eine Minderung des DSL-Entgelts oder eine außerordentliche Kündigung infrage.
Unter Umständen ist auch einfach nur eine momentane Störung schuld an der schlechten Verbindung. Auf dem iMonitor von heise sind alle aktuellen Störungen der Netzbetreiber aufgelistet.
DSL ist in Deutschland die am weitesten verbreitete Zugangstechnik. Die verwendeten Kupferleitungen bieten seit Jahren eine verlässliche Grundversorgung sind allerdings technisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Wer höhere Bandbreiten oder maximale Flexibilität sucht, findet in Glasfaser, Kabel oder Homespots (Mobilfunk) passende Alternativen.
| Technik | Typische Stärke | Einschränkung |
| DSL | Nahezu überall verfügbar, verlässliche Grundversorgung | Begrenzte Maximalgeschwindigkeit (Kupfer-Flaschenhals) |
| Glasfaser | Höchste Stabilität, sehr schnelle Up- und Downloads | Noch nicht flächendeckend ausgebaut |
| Kabel | Hohe Download-Raten im Gigabit-Bereich | Leistung kann bei hoher lokaler Netzauslastung schwanken |
| Mobilfunk (Homespot) | Flexibel nutzbar, sofort startklar ohne Kabelinstallation | Netzqualität hängt stark von Standort und Auslastung ab |