Steigende Gaspreise: Diese Tarife sind im Vergleich günstig
Die Gasrechnung ist da – und höher als erwartet? Der Gasvergleich von heise zeigt, ob andere Anbieter am Wohnort günstiger liefern und wie viel ein Wechsel sparen kann.
Ein Blick auf die aktuelle Rechnung und die Vorjahresrechnung hilft bei der Suche nach der Ursache: Ist der Gasverbrauch im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, oder haben sich der Preis pro Kilowattstunde und die Grundgebühr erhöht? Für einen aussagekräftigen Vergleich sollte man stets gleich lange Abrechnungszeiträume heranziehen. Doch auch hier können noch weitere Faktoren mit hineinspielen – beispielsweise ein deutlich frostigerer Winter als im Vorjahr, und schon steigt der Gasverbrauch deutlich an.
Auch ein bei Vertragsabschluss geschätzter Verbrauch kann eine spätere hohe Rechnung erklären – ein Abgleich mit dem tatsächlichen Zählerstand schafft Klarheit.
Eine hohe Nachzahlung kann aus demselben Grund entstehen, nämlich, wenn die monatlichen Abschläge zu niedrig waren.

Wie viel ein Wechsel bringt, zeigt der Vergleich der Jahreskosten (verbrauchtes Gas und fixe Grundgebühr): Was kostet der bisherige Tarif, was das neue Angebot? Beide Rechnungen müssen auf demselben Verbrauch beruhen.
So kann eine Beispielrechnung aussehen: Ein Haushalt verbraucht 15.000 kWh Gas im Jahr und vergleicht seinen bisherigen Tarif mit einem neuen Angebot. Die folgenden Bruttopreise sind frei gewählte Beispielwerte, keine aktuellen Angebote. Ein Bonus, wie man ihn oft als Neukunde bekommt, ist nicht eingerechnet.
| Kostenbestandteil | Bisheriger Tarif | Neuer Tarif |
|---|---|---|
| Preis pro Kilowattstunde | 12 Cent | 10 Cent |
| Grundgebühr pro Jahr | 144 Euro | 180 Euro |
| Gesamtkosten pro Jahr | 1.944 Euro | 1.680 Euro |
| Ersparnis pro Jahr | – | 264 Euro |
Der Haushalt spart in diesem Beispiel 264 Euro im Jahr, obwohl die Grundgebühr des neuen Tarifs höher ist.
Für den Gasvergleich reichen Postleitzahl und Jahresverbrauch. Der passende Verbrauchswert steht auf der letzten Gasrechnung in Kilowattstunden, abgekürzt kWh. Wichtig: Der Stand auf dem Gaszähler gehört nicht in dieses Feld.
Fehlt nach einem Umzug noch eine Jahresrechnung, helfen Angaben des Vermieters oder Vormieters zur Orientierung. Wie viel Gas die Wohnung braucht, hängt unter anderem von ihrer Größe, der Dämmung und der Warmwasserbereitung ab. Wie oben bereits angesprochen ist es nicht sinnvoll, einen einzelnen Wintermonat auf zwölf Monate hochzurechnen.
Lesetipp: So machen Sie Ihren Gaszähler smart.
Ein hoher Wechselbonus kann einen Tarif im ersten Jahr attraktiv machen. Im zweiten Jahr fällt dieser Vorteil aber weg. Wer nicht regelmäßig wechseln möchte, sollte deshalb auch die Kosten ohne Bonus vergleichen. Bei einem Vertrag über zwei Jahre lohnt sich die Rechnung für die gesamte Laufzeit.
| Kriterium | Empfehlung | Worauf man achten sollte |
| Vertragslaufzeit | Maximal 12 Monate | Bietet Flexibilität für den nächsten Anbietervergleich. 24 Monate nur wählen, wenn der Preis besonders günstig ist und die Preisgarantie über die volle Laufzeit reicht |
| Preisgarantie | Mindestens über die Erstvertragslaufzeit | Prüfen, welche Bestandteile abgedeckt sind (idealerweise inklusive Netzentgelte). Steuern, staatliche Abgaben und Umlagen sind häufig ausgenommen und können den Preis dennoch erhöhen |
| Boni & Rabatte | Nur als Zusatzersparnis werten | Genau prüfen, wer als Neukunde gilt, wie lange die Mindestbelieferung für den Anspruch dauern muss und wann die Auszahlung erfolgt. Bedingungen vor Vertragsabschluss sichern (Screenshot/PDF) |
| Zahlungsweise | Monatliche Abschlagszahlung | Keine Vorauskasse oder Kautionen leisten (Verlustrisiko bei Insolvenz des Anbieters). Vorsicht bei Paket-Tarifen: Mehrverbrauch wird meist unverhältnismäßig teuer |
Ein Blick auf die Rechnung oder die Vertragsunterlagen zeigt den nächsten Kündigungstermin. Für die häufigsten Fälle gilt:
Bei einer Sonderkündigung oder einer knapp werdenden Frist ist es besser, selbst zu kündigen. Die Kündigung muss rechtzeitig beim bisherigen Anbieter ankommen. Anschließend den neuen Versorger informieren, dass bereits gekündigt wurde.
Bis der neue Tarif startet, gelten die bisherigen Vertragsfristen. Der technische Gaswechsel darf grundsätzlich höchstens drei Wochen ab Eingang der Anmeldung beim Netzbetreiber dauern.
Wichtig zu wissen: Die für Strom geltende Wechselmöglichkeit binnen 24 Stunden gilt nicht für Gas.
Wenn die Gasrechnung schon auf dem Tisch liegt, lohnt sich auch ein Blick auf den Stromvertrag. Gas und Strom müssen nicht vom selben Anbieter kommen. Mit dem Stromvergleich von heise lässt sich prüfen, ob auch hier ein günstigerer Tarif infrage kommt.
Bildquellen: Illustration, © Bundesnetzagentur