Detroit Motor Show: Triumph der Nische - DER SPIEGEL
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Detroit Motor Show Triumph der Nische

Auf der Detroit Motor Show in den USA gehen die Autohersteller mit mehr als 80 Premieren ins neue Modelljahr. Zwar stehen Serienfahrzeuge im Vordergrund, aber die zahlreichen visionären Konzepte und Studien finden immer neue Nischen, die sich zumeist aus mehreren Genres bedienen. Ein Bummel über den Markt der Neuheiten.
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Detroit - Bei der Detroit Motor Show sorgt die Automobilbranche mit mehr als 80 Premieren für einen bewegten Start ins neue Modelljahr. Zwar bleiben viele der in Hollywood-Manier mit Glanz und Gloria enthüllten Neuheiten dem US-amerikanischen Markt vorbehalten, und manch exotische Studie wird wohl nie den Weg in die Serienfertigung finden. Doch auch aus europäischer Perspektive schürt die Messe in Detroit vom 10. bis 19. Januar so manche Erwartungen.

Im Vordergrund stehen dabei Serienfahrzeugen wie die sechste Generation der Chevrolet Corvette oder der neue Ford Mustang sowie Spitzensportler wie der 625 kW/850 PS starke Chrysler-Prototyp ME Four-Twelve. Hinzu kommen aber auch visionäre Konzepte und Studien, die sich zumeist aus mehreren Genres bedienen und unter dem Schlagwort "Crossover" die Grenzen der Segmente weiter schwinden lassen.

Natürlich gebührt die größte Aufmerksamkeit der Messegäste den Gastgebern Ford, General Motors (GM) und Chrysler, die ihren Heimvorteil nutzen und fast 40 Neuheiten enthüllen. Doch auch das "Alte Europa" kann in der "Neuen Welt" punkten. Allen voran gilt das für die deutschen Automobilhersteller, die in den USA nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) gemeinsam auf einen Marktanteil von gut zehn Prozent kommen und sich entsprechend selbstbewusst und dennoch mit amerikanischem Anstrich präsentieren.

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Detroit Motor Show: Triumph der Nische

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So enthüllt VW mit dem Concept T als Neuinterpretation eines Beach-Buggy eine Studie, die maßgeschneidert ist für den "American Way of Life" zwischen Surfbrett und Sandstrand. Auch Mercedes kommt mit dem nach eigenen Angaben seriennahen Crossover-Modell Vision GST dem US-amerikanischen Bedürfnis nach Raum und Komfort entgegen, ohne deutsche Familienväter mit einer großen Garage und gut gefülltem Portemonnaie zu verprellen. Eine Weltpremiere gibt es auch aus Bayern: BMW will im tiefsten Winter mit dem 6er-Cabrio Lust auf den kommenden Sommer machen. Audi gönnt zudem der US-Kundschaft den ersten Blick auf den A8 mit zwölf Zylindern, Porsche rollt noch einmal den Carrera GT ins Rampenlicht.

Ebenfalls mit europäischen Wurzeln nach Detroit verschifft worden ist aus England der Range Stormer als Vorbote eines luxuriösen, auf die Autobahn zugeschnittenen Geländewagens, der nach Angaben aus Unternehmenskreisen für 2005 erwartet wird. Gleiches gilt für das Cabrio des Aston Martin DB9, das schon in diesem Sommer manche Frisur auf die Probe stellen soll. Dazu kommt aus Italien der neue Ferrari 612 Scaglietti für die besonders Eiligen unter den Besserverdienern.

Die wichtigsten Neuheiten der Amerikaner sind aus europäischer Perspektive die sechste Generation der Chevrolet Corvette sowie der offene PT Cruiser und der Crossfire Roadster von Chrysler. Alle drei Modelle, die in Detroit ihre Weltpremieren feiern, werden es nach Angaben der Unternehmen noch 2004 über den Atlantik schaffen.

Amerikanische Showstars wie der jüngste Ford Mustang, die Neuauflage der Ford Shelby Cobra, der kleine Hummer H3T oder die hoch gezüchtete "Chrysler-Flunder" mit Mercedes-Zwölfzylinder bleiben für Europäer dagegen ebenso unerreichbar wie die ungewöhnlichen Van-Konzepte Buick Centieme und Ford Freestyle oder Offroad-Studien im Stil des mannshohen Jeep Rescue oder der Ford Bronco. Den Pontiac Solstice aus dem General-Motors-Imperium sollten Europäer indes im Auge behalten: Nach Angaben aus GM-Kreisen könnte der Roadster demnächst als Basis für einen Nachfolger des Opel Speedster dienen.

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Noch weniger Rückschlüsse auf die Modellzukunft in Europa lässt das Messeprogramm der asiatischen Hersteller zu. Denn diese haben sich weitgehend den amerikanischen Vorgaben unterworfen und kämpfen gegen Chrysler, Ford und GM mit deren eigenen Waffen in Form riesiger Pick-up-Konzepte wie dem Honda SUT oder dem Mitsubishi Sport Truck, sowie mit fast schon barock anmutenden Limousinen und auffälligen Sportwagen. Aber spätestens auf den zweiten Blick ist auch für Europäer die eine oder andere relevante Neuheit erkennbar: So zeigt Kia den designierten Golf-Gegner Cerrato. Nissan gibt einen Ausblick auf den nächsten Pathfinder sowie den kommenden Pick-up.

Technologisch steht die Messe in Detroit ähnlich wie die Tokio Motor Show im Herbst 2003 ganz im Zeichen der Hybrid-Konzepte. Denn während der Diesel trotz entsprechender Avancen von Mercedes und VW in den USA noch immer ein Schattendasein führt und die Brennstoffzelle selbst bei Designstudien wie dem Toyota Fine-N oder dem Jeep Treo weiterhin ein Zukunftsthema bleibt, ist die Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor mehr als greifbar. Und das nicht nur bei den japanischen und amerikanischen Herstellern etwa im Toyota Prius oder in der US-Ausgabe des Ford Maverick, sondern auch bei Anbietern wie Mercedes. So haben die Schwaben mit einer umgerüsteten S-Klasse und der Studie Vision GST gleich zwei nach eigenen Angaben relativ seriennahe Alternativantriebe ins Rampenlicht gerückt.

Von Thomas Geiger, gms

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