Hindernislauf am Nürburgring Immer schön grinsen
Beinahe könnte man es als Halbmarathon bezeichnen, was an diesem Samstag am Nürburgring stattgefunden hat. Rund 13.500 Läufer, darunter mehr als 2000 Frauen, sollten die knapp zwölf Kilometer lange Strecke, die dort abgesteckt worden war, zweimal umrunden. Für gut trainierte Läufer normalerweise kein großes Problem - wenn die Strecke halbwegs hindernisfrei wäre.
Doch davon konnte am Samstag nicht die Rede sein. Stattdessen machten Schlammgruben, Wasserrutschen, eiskalte Pools, Wasserlöcher, meterhohe Metallwände und allerlei andere Widrigkeiten den Lauf zur Prüfung. Kraft, Ausdauer, Durchhaltevermögen und vor allem Leidensfähigkeit waren von den Teilnehmern gefragt. Die "Grüne Hölle", so nannte Rennfahrer Jackie Stewart die Nordschleife der Rennstrecke, machte ihrem Namen alle Ehre.
Darüber, weshalb die Läufer sich freiwillig zu Tausenden diesen Strapazen aussetzen, rätseln Zuschauer immer wieder. SPIEGEL-ONLINE-Autor Achim Achilles formulierte die Antwort so: "Sie wollen Leben spüren, ihren Körper, all das Echte, das im richtigen Leben weggepolstert ist."
Strongmanrun: Querfeldein durch Schlamm und Eiswasser
Und sie wollen Spaß haben, das sieht man den Bildern vom sogenannten Strongmanrun auf dem Nürburgring an. Statt im hautengen Supermaterial-Sportdress, treten viele in Verkleidungen zum Wettkampf an. Gestandene Männer springen mit Anlauf in rosa Ballerina-Kleidchen in riesige Matschlöscher, andere nehmen als Henker, Schlumpf oder Blümchen verkleidet teil. Einer rannte gar in Lederhose mit bayerischem Karohemd und Bierglas in der Hand über den Parcours.
Nachdem er die Strecke mit 17 Hindernissen zweimal umrundet hatte, lief schließlich der Student Robin Dechant aus Karlruhe als Erster durchs Ziel. Knapp 97 Minuten brauchte er für die gesamte Distanz. Die bestplatzierte Frau, Susanne Kraus, folgte ihm mit einer Gesamtzeit von knapp 106 Minuten.
Wie lange es dauerte, bis sich der Rest des Läuferfeldes zur Ziellinie vorgearbeitet hatte, ist nicht bekannt. Sicher ist nur, dass es eine Weile gedauert haben dürfte. Für die meisten Teilnehmer solcher Geländeläufe zählt nicht die Platzierung, sondern das Durchkommen.
Angesichts der enorm großen Teilnehmerzahl ist ohnehin nicht an einen echten Wettbewerb zwischen den Ersten und den Letzten zu denken: Nach dem Start der ersten 50 Läufer mussten die folgenden bis zu einer knappen halben Stunde warten, bevor sie an der Startlinie ankamen.
Hindernisläufe: Schlamm, Feuer, Stacheldraht