Günstiges Rezept: Pasta e Ceci, italienischer Eintopf mit Kichererbsen – für 1,60 Euro - DER SPIEGEL
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30 Minuten Kochzeit, günstige Zutaten, kein Schnickschnack: Pasta e ceci

30 Minuten Kochzeit, günstige Zutaten, kein Schnickschnack: Pasta e ceci

Foto: Sebastioan Maas / DER SPIEGEL

Kochen ohne Kohle Pasta e ceci, italienischer Bauerneintopf mit Kichererbsen – für 1,60 Euro

Die »Cucina povera« steht für günstige Gerichte mit viel Liebe und noch mehr Geschmack. Dies ist eins davon.
Eine Kolumne von Sebastian Maas

Vor dem Schreiben dieses Textes habe ich eine Suchmaschine gefragt, wie oft ich schon den Begriff »Cucina povera« in meiner Kolumne erwähnt habe. Weil ich Angst hatte, Ihnen damit langsam auf die Nerven zu gehen. Das Ergebnis war viel schlimmer als erwartet: NICHT EIN EINZIGES MAL. Schande! Höchste Zeit also, das nachzuholen. Immerhin ist die »arme Küche« – das bedeutet der italienische Ausdruck ins Deutsche übersetzt – der Inbegriff dessen, worum es bei Kochen ohne Kohle geht.

Cucina povera steht für die eher ländlich oder von der Arbeiterklasse geprägte Küche Italiens. Also die Anti-(Pasti)-These zu teuren Meeresfrüchten und noch teurerem Büffelmozzarella. Im Kern bedeutet Cucina povera: leckeres Essen mit vielen Nährstoffen für wenig Geld, außerdem ein respektvollerer Umgang mit Ressourcen und möglichst wenig Arbeitsschritte. Heute sind viele Ideen der Cucina povera aus Nachhaltigkeitsgründen wieder Trend, sei es das Verwerten aller Teile eines geschlachteten Tieres oder die Regionalität der Lebensmittel.

»Kochen ohne Kohle«

Bafög oder Azubigehalt sind schon wieder fast aufgebraucht? Der Obstkorb beim unbezahlten Agenturpraktikum war geräubert? Und bitte nicht schon wieder Pizzatoast? Alles kein Problem: In dieser Kolumne zeigt SPIEGEL-Redakteur und Hobbykoch Sebastian Maas, wie man trotz Flaute auf dem Konto leckere und besondere Gerichte zaubern kann. Dabei gibt es nur zwei Regeln:

  • Eine Portion darf maximal so viel kosten wie ein Essen in der Mensa, also drei Euro.

  • Teure Spezialgeräte sind tabu.

Zwar spielen Kohlehydrate aus Nudeln, Reis und Brot eine wichtige Rolle, sie landen aber selten allein auf dem Tisch. Stattdessen wird altes Brot mit reifen Tomaten zu einer schmackhaften Brotsuppe verwandelt, Reis mit Kohl gekocht oder Pasta mit einem wohligen Bohnensud veredelt.

Für diese Kolumne bemühe ich mich immer, den Einkauf möglichst einfach zu halten und alles beim Discounter zu erstehen. Ausgefallenere Bohnengerichte fallen daher leider raus, da deutsche Discounter leider nur eine sehr dünne Auswahl an vorgekochten Hülsenfrüchten anbieten. (Hey Aldi und Lidl, macht da mal mehr möglich, bitte!)

Diesmal gibt es deshalb wieder eine Zutat, die ich hier besonders gern nutze: die Kichererbse. Unser heutiges Rezept »Pasta e ceci« heißt übersetzt nämlich einfach »Nudeln und Kichererbsen«. Ein komplett unprätentiöser Name für ein wunderbar leckeres Rezept, das lange satt macht und mit Mikro- und Makronährstoffen punkten kann. Als netten Bonus brauchen wir nur einen Topf, die Küche bleibt also weitestgehend sauber.

Einkaufsliste für zwei Portionen

Karotte, Zwiebel und Sellerie bilden das Soffritto, die Grundlage vieler italienischer Soßen und Gerichte. Wer nicht alles vorrätig hat, nimmt das, was da ist.

Karotte, Zwiebel und Sellerie bilden das Soffritto, die Grundlage vieler italienischer Soßen und Gerichte. Wer nicht alles vorrätig hat, nimmt das, was da ist.

Foto: Sebastioan Maas / DER SPIEGEL
  • 200 g Pasta (idealerweise kleinere Sorten, die man mit dem Löffel essen kann)

  • 1 Dose Kichererbsen (vorgekocht, 400 g)

  • 3-4 EL Tomatenmark

  • 2 Schalotten oder kleine Zwiebeln

  • 2 Zehen Knoblauch

  • 1 Karotte und/oder 1 Stange Sellerie

  • 2 frische Stiele oder 1-2 Esslöffel getrockneten Rosmarin

  • Etwas Gemüsebrühe, Pfeffer, Salz, Öl

  • Optional: frische Tomaten

Was kostet das? Ich habe für die verbrauchten Zutaten umgerechnet etwa 3,20 Euro bezahlt, also 1,60 pro Portion.
Wie lange dauert das? 30 Minuten.

Alternative: Altes Brot

Eine in der Cucina Povera sehr viel genutzte Zutat ist altes Brot, ob als Brotsalat »Panzanella« (übrigens ein sehr beliebtes Gericht in der SPIEGEL-Kantine) oder als Einlage in Suppen und Eintöpfen. Wer sich beim Bäcker verkalkuliert hat, kann die Pasta in diesem Rezept durch altbackenes Brot ersetzen. Es hat dann mehr mit dem Gericht »Pappa al Pomodoro« gemein, dazu passen zusätzlich ein paar frische oder aus der Dose kommende Tomaten. Das Endergebnis bekommt dann eine breiigere Textur und benötigt etwas weniger Kochzeit, schmeckt aber ebenfalls super.

So einfach macht man Pasta e ceci

  • Die Kichererbsen abgießen, das Wasser aber nicht wegkippen. Kleiner Tipp: Die Kichererbsen in eine Schüssel mit kaltem Wasser geben und mit der Hand durchrühren. Teile der Schalen lösen sich dabei und schweben nach oben. Sie lassen sich dann einfach heraus sammeln. Das macht die Textur später angenehmer.

  • Zwiebeln, Knoblauch sowie Karotte und/oder Sellerie schälen und grob würfeln, dann in etwas Öl im Topf auf mittlerer Hitze anschwitzen, etwa fünf Minuten.

  • Tomatenmark hinzugeben und kurz etwas anrösten lassen.

  • Den Rosmarin vom Stiel ziehen und fein hacken, dann ebenfalls in den Topf geben. Mit dem Kichererbsenwasser und etwa derselben Menge Wasser oder Gemüsebrühe aufgießen.

  • Die Kichererbsen hinzugeben und zehn Minuten köcheln lassen.

  • Nun die Hälfte der Soße aus dem Topf nehmen und mit einem Pürierstab, einer Küchenmaschine oder dem Kartoffelstampfer schön durchpürieren. Dann wieder in den Topf geben.

Man kann Pasta e ceci auch flüssiger servieren und mehr Brühe oder Wasser hinzugeben, ich präferiere die cremigere Variante.

Man kann Pasta e ceci auch flüssiger servieren und mehr Brühe oder Wasser hinzugeben, ich präferiere die cremigere Variante.

Foto: Sebastioan Maas / DER SPIEGEL
  • Die Nudeln hinzugeben und für etwa zehn Minuten köcheln lassen, je nach Garzeit der Nudelsorte. Ab und zu umrühren. Gegebenenfalls etwas Wasser nachgießen, falls die Soße zu dick wird, bevor die Nudeln fertig sind.

  • Mit Salz und Pfeffer abschmecken und reinhauen!

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