Kochen ohne Kohle: Pasta mit Knobi-Joghurt und Paprikabutter für 2 Euro - DER SPIEGEL
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Quasi eine Teigtasche, jedoch ohne die ganze Arbeit: Schnelle Mantı-Pasta

Quasi eine Teigtasche, jedoch ohne die ganze Arbeit: Schnelle Mantı-Pasta

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL

Kochen ohne Kohle Fixe Pasta im Mantı-Style, mit Joghurt und Paprikabutter für zwei Euro

So lecker Teigtaschen auch sind, oft hat man einfach keine Lust, sie stundenlang zu falten. Diese Pasta ist in solchen Momenten der perfekte Mix aus Schnelligkeit und Geschmack.
Eine Kolumne von Sebastian Maas

Die schönsten Dinge im Leben sind rar: Epische Sonnenuntergänge gibt es höchstens einmal am Tag (sofern die Wolken mitspielen), Urlaub ist irgendwie viel weniger vorhanden als Arbeitszeit – und so sehr ich auch jede Art von Dumpling liebe, stelle ich mich nicht jeden Tag stundenlang in die Küche, um die kleinen Teigtaschen zu füllen und falten. Dabei gäbe es so viel Auswahl! Von der Maultasche über Pelmeni zu Tortellini und Empanadas, von Jiǎozi und Wantan über Pierogi bis Mantı hat irgendwie jede Region der Welt ein Rezept, bei dem man eine tolle Füllung in einen Teig steckt. Ehrlicherweise zu viele, um sie hier alle aufzuzählen.

»Kochen ohne Kohle«

Bafög oder Azubigehalt sind schon wieder fast aufgebraucht? Der Obstkorb beim unbezahlten Agenturpraktikum war geräubert? Und bitte nicht schon wieder Pizzatoast? Alles kein Problem: In dieser Kolumne zeigt SPIEGEL-Redakteur und Hobbykoch Sebastian Maas, wie man trotz Flaute auf dem Konto leckere und besondere Gerichte zaubern kann. Dabei gibt es nur zwei Regeln:

  • Eine Portion darf maximal so viel kosten wie ein Essen in der Mensa, also drei Euro.

  • Teure Spezialgeräte sind tabu.

Nur dauern sie eben auch fast alle sehr lange in der Zubereitung. Gerade, wenn man für mehr als eine Person kocht. Ich bin daher dazu übergegangen, meine Lieblingsgeschmäcker in einer Art »dekonstruierten« Dumplings nachzukochen. Nehmen wir zum Beispiel Mantı, mit Hack und/oder Linsen gefüllte Teigtaschen, die von der Türkei über Kasachstan bis Afghanistan gegessen werden. Oft zusammen mit einem Knoblauchjoghurt, frischen Tomaten und mit Paprikapulver gewürzter, zerlassener Butter. Wer sich das Falten sparen möchte, kann all diese Leckereien auch einfach zusammen mit Pasta essen. Schmeckt ebenso gut, macht aber weniger Arbeit.

So mache ich es heute. Mit einer kleinen Änderung: Statt gebratenem Hackfleisch nehme ich, um die Kosten gering zu halten, geraspelten und angebratenen Räuchertofu. Der kostet für zwei Personen zusammen nämlich nur knapp über einen Euro. Entscheiden Sie gern selbst, wie Sie es machen möchten. Wer es komplett vegan halten möchte, kann statt Butter und Joghurt auch vegane Alternativen nehmen.

Das benötigt man für zwei Portionen dekonstruierte Mantı-Pasta

Wer es vegan halten will, nimmt pflanzlichen Joghurt. Wer Fleisch braucht, ersetzt den Tofu durch Hackfleisch.

Wer es vegan halten will, nimmt pflanzlichen Joghurt. Wer Fleisch braucht, ersetzt den Tofu durch Hackfleisch.

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL
  • 300 g trockene Pasta

  • 150 g frische Tomaten

  • 1 kleine rote Zwiebel

  • 1 Block Räuchertofu

  • 250 g Naturjoghurt, griechischer Joghurt oder pflanzliche Alternative

  • 50 g Butter oder pflanzliche Alternative

  • je 1/2 TL Paprikapulver »Rosen scharf« und »Edelsüß«, optional noch Chiliflocken

  • etwas gehackte Petersilie

  • 1/2 Zehe Knoblauch

  • Salz und Öl

Wie lange dauert das? Etwa 30 Minuten
Was kostet das? Pro Portion etwa zwei Euro für die verbrauchten Zutaten

So einfach macht man dekonstruierte Mantı-Pasta

  • Die Zwiebel schälen und drei Viertel davon grob hacken, das letzte Viertel fein hacken und beiseitelegen. Die grob gehackten Zwiebeln in der Pfanne anschwitzen.

  • Den Tofu mit einer groben Reibe oder einem Messer zerkleinern. Die angeschwitzten Zwiebeln aus der Pfanne nehmen, den Tofu stattdessen hineingeben. Für etwa zehn bis 15 Minuten auf mittlerer bis hoher Hitze knusprig anbraten. Kurz vor Schluss die angeschwitzten Zwiebeln wieder dazugeben, dann verbrennen sie nicht.

  • Parallel das Nudelwasser aufsetzen, kräftig salzen und zum Kochen bringen. Die Nudeln nach Packungsanleitung kochen.

  • Derweil die Tomaten und Petersilie grob hacken. Die fein gehackten Zwiebeln zusammen mit den Tomaten lagern.

  • Eine halbe Zehe Knoblauch in den Joghurt reiben, diesen leicht salzen und gut umrühren.

Der Mix aus heißen und kalten Zutaten sorgt für ein frisches und sommerlich-leichtes Gericht

Der Mix aus heißen und kalten Zutaten sorgt für ein frisches und sommerlich-leichtes Gericht

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL
  • Die gegarten Nudeln in ein Sieb abgießen und im selben Topf kurz die Butter mit dem Paprikapulver schmelzen und aufblubbern lassen, um die Butter zu aromatisieren.

  • Nun kann angerichtet werden: Die Nudeln zuerst auf den Teller, dann den Joghurt und angebratenen Tofu darüber verteilen. Jetzt kommen die Tomaten, die fein gehackten Zwiebeln und Petersilie dazu. Zuletzt die aromatisierte Butter expressionistisch mit einem Löffel darüber verteilen. Fertig!

Lassen Sie es sich schmecken! Idealerweise im Urlaub, unter einem malerischen Sonnenuntergang. Oder halt in der Mittagspause am Schreibtisch, was auch immer gerade näher liegt.

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