Pilotenstreik 900 Flüge gestoppt
Frankfurt/Main - Am Vormittag will die Pilotengewerkschaft über den künftigen Verlauf der Tarifverhandlungen informieren. Der 24-stündige Streik hatte am Donnerstag auf allen deutschen Flughäfen massive Störungen verursacht. Das befürchtete Chaos blieb aber aus. Die Lufthansa rechnet mit einem Streikschaden von 50 Millionen Mark. Auf allen deutschen Flughäfen mussten tausende Passagiere teils stundenlange Wartezeiten in Kauf nehmen. Viele Reisende stiegen in Züge um.
Vom Streik betroffen waren auch die Ferienfluggesellschaft Condor und die Frachttochter Lufthansa Cargo. Der Streik beeinträchtigte auch die bundesweite Briefzustellung. In der Nacht zu Donnerstag konnten nach Angaben der Post drei Millionen Sendungen nicht wie üblich auf dem Luftweg befördert werden.
Mit einem Notflugplan hatten nach Darstellung der Lufthansa 180 Maschinen für 18.000 Passagiere starten können. Allein im innerdeutschen und europäischen Verkehr seien mehr als drei Mal so viele Flüge gesichert worden wir im Notflugplan vorgesehen, da zusätzlichen Crews verfügbar waren. "Das hat erstaunlich gut geklappt", so eine Sprecherin.
Die Pilotengewerkschaft Cockpit fordert für die rund 4200 Piloten und Copiloten Einkommensverbesserungen von im Schnitt mehr als 30 Prozent. Die Lufthansa hatte zuletzt für dieses Jahr eine Steigerung von durchschnittlich 10,6 Prozent im Grundgehalt und eine Ergebnisbeteiligung von zwei Monatsgehältern angeboten. Die Tarifgespräche waren in der Nacht zu Mittwoch ergebnislos ausgesetzt worden.