Dioxin-Schweine: Verdächtiges Fleisch landete auch im Ausland - DER SPIEGEL
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Dioxin-Schweine Verdächtiges Fleisch landete auch im Ausland

Möglicherweise mit Dioxin belastetes Fleisch von Schweinen ging in den Handel und wurde auch nach Polen und Tschechien verkauft. Laut Verbraucherministerium kann keine Ware mehr zurückgeholt werden. Bei Tests von Eiern ergab mehr als ein Viertel der Proben einen zu hohen Gift-Gehalt.
Schweinemastbetrieb in Schleswig-Holstein: Verdächtiges Fleisch im Handel
Schweinemastbetrieb in Schleswig-Holstein: Verdächtiges Fleisch im Handel

Schweinemastbetrieb in Schleswig-Holstein: Verdächtiges Fleisch im Handel

Foto: Bodo Marks/ dpa
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Berlin - Schlechte Nachrichten für Verbraucher in Polen und Tschechien: Möglicherweise mit Dioxin belastetes Schweinefleisch aus Deutschland landete nicht nur auf einheimischen Tellern, sondern auch bei Konsumenten in den beiden Nachbarländern. "Das Fleisch ist auch nach Tschechien und Polen gegangen", sagte der Leiter für Lebensmittelsicherheit im Bundesverbraucherministerium, Bernhard Kühnle. Es gebe keine Chargen mehr, die zurückgeholt werden könnten. "Es gibt auch keine Messergebnisse für dieses Fleisch. Deshalb kann man nicht kalkulieren, ob es überhaupt belastet war", sagte Kühnle.

Die Wahrscheinlichkeit, dass das Fleisch belastet war, ist aber hoch. Denn die Tiere stammten von einem Hof in Niedersachsen, auf dem Prüfer bei der Probeschlachtung von zwei Schweinen eine erhöhte Dioxin-Belastung nachweisen konnten. 180 Tiere, deren Fleisch nun im Handel landete, bekamen dasselbe belastete Futter. Das Fleisch geriet deshalb in Supermärkte, weil die Schweine noch wenige Tage vor der Sperrung des Hofes geschlachtet wurden.

Dioxin-Skandal

Bei Eiern wiesen Kontrolleure ebenfalls eine hohe Belastung mit dem Gift nach. Mehr als ein Viertel der bisher getesteten Eier im sind belastet, sagte Kühnle. Von 83 Proben lägen 23 oberhalb des Höchstwertes.

Bei Schweinefleisch sei von 33 Proben eine über dem Dioxin-Höchstgehalt und eine an der Grenze zum Höchstgehalt registriert worden. Bei Milch seien 21 Proben, bei Mastputen 13 Proben und bei Hähnchen 6 Proben jeweils unter dem Höchstwert geblieben. Eine Überschreitung des Grenzwertes habe es bei Legehennen gegeben. Bisher sind bundesweit noch 396 Betriebe gesperrt und werden auf Dioxinbelastung untersucht.

In den vergangenen Tagen wurden in Supermärkten in der Region Hannover Eier gefunden, die von eigentlich gesperrten Höfen stammen. Bereits zu Wochenbeginn hatte ein Kunde Eier eines gesperrten Betriebs in einem Laden im Raum Hannover entdeckt. Die Behörden mahnten die Landkreise zu sorgfältigen Kontrollen.

mmq/dpa