Fonterra: Neuseeländischer Milchriese gibt Entwarnung - DER SPIEGEL
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Verseuchte Milch Neuseeländischer Molkereiriese Fonterra gibt Entwarnung

Der Skandal um lebensgefährlich verschmutzte Milch des Molkereiriesen Fonterra erschütterte Neuseeland bis ins Mark. Doch die Befürchtungen waren unbegründet, die Fonterra-Milch war nicht mit Botulismus-Bakterien verseucht.
Anti-Fonterra-Demonstration in Sri Lanka: Milch war sauber
Anti-Fonterra-Demonstration in Sri Lanka: Milch war sauber

Anti-Fonterra-Demonstration in Sri Lanka: Milch war sauber

Foto: Ishara S.KODIKARA/ AFP
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Wellington - Die Warnung vor lebensgefährlich verseuchter Milch aus Neuseeland, die Anfang August weltweit für Schlagzeilen sorgte, hat sich als Fehlalarm entpuppt. Bei umfangreichen Prüfungen der fraglichen Milch der neuseeländischen Großmolkerei Fonterra seien keine Botulismus-Bakterien gefunden worden, teilte das Agrarministerium des Landes mit.

Anfang August hatte das Molkereiunternehmen Fonterra nach eigenen Untersuchungen noch erklärt, vor allem in einigen Produkten für Säuglinge sei ein Bakterium entdeckt worden, das die lebensgefährliche Krankheit auslösen könne. Fonterra ist der größte Konzern des Landes und eine der weltgrößten Molkereien.

Die Warnung hatte den Ruf Neusselands als exzellentes Exportland für Bio-Marken ins Wanken gebracht und sogar die Landeswährung unter Druck gesetzt. In mehreren Ländern im Nahen Osten und in Asien wurden Produkte aus den Regalen genommen. Die Milchindustrie stellt mit rund neun Milliarden Dollar ein Viertel der Ausfuhrerlöse des Landes. Insgesamt entfallen 60 Prozent der Exporte auf Land- und Forstwirtschaft sowie auf Tier- und Fischzucht.

Eigene Produktprüfung hatte Rückruf eingeleitet

Das Agrarministerium erklärte nun, zur endgültigen Prüfung der Produkte sei man an weltweit führende Labore herangetreten, die auf solche Tests spezialisiert seien. Dort habe es die klare und definitive Aussage gegeben, dass es in den fraglichen Produkten keine Bakterien von Typ Clostridium Botulinim gebe. Es sei nur ein Bakterienstamm entdeckt worden, der bei massenhaftem Auftreten die Milch schneller sauer werden lassen könne. Auslöser dafür war Fonterra zufolge eine dreckige Leitung in einem Milchwerk.

"Ich bin erleichtert", sagte Fonterra-Chef Theo Spierings zu dem neuesten Befund. Gleichwohl sei es richtig gewesen, nach einem ersten Verdacht die Verbraucher zu warnen. "Wenn man einen internationalen Rückruf startet, weiß man sehr wohl, dass das der eigenen Reputation schadet", sagte er. "Aber wenn wir nicht gehandelt hätten und später wäre auch nur einem Kind auf der Welt etwas passiert, dann hätte das langfristig einen viel größeren Schaden angerichtet und für das Unternehmen vielleicht sogar den Untergang bedeutet."

Dabei waren es Produktprüfungen im eigenen Haus gewesen, die Fonterra Anfang August zu der Warnung bewogen hatten. Bei internen Tests sei zunächst der Verdacht aufgetreten und abschließende Tests hätten den Botulismus-Strang bestätigt, sagte Spiering.

ade/Reuters