Pâtisserie: So gelingt der perfekte Macaron - DER SPIEGEL
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Pâtisserie Marios Macarons

Alles, was bei Macarons schiefgehen kann, geht häufig auch schief: zu hart, zu weich, zu trocken, zu feucht, zu süß, klebrig oder komplett aus der Form. Aber wenn man das alles hinter sich hat, ist es eigentlich ganz einfach.
Foto: Andrea Thode

Kunst ist schön, hat Karl Valentin gesagt, macht aber auch viel Arbeit. Das Gleiche gilt für Macarons, und was sie auch mit der Kunst gemeinsam haben ist, dass es ziemlich oft schiefgeht. Mario Michaelis vom 100/200 erzählt, dass er sich als junger Koch ein Wochenende in der Küche eingeschlossen hat und so lange Macarons gebacken hat, bis er es konnte. Immer wieder, bis es geklappt hat. Wenn man es zum ersten Mal probiert, sollte man also davon ausgehen, dass es vielleicht nichts wird.

Der Teig aus Eiweiß, Zucker, Mandeln und Speisefarbe muss flüssig, aber nicht zu flüssig vom Spatel laufen.

Foto: Andrea Thode

Dass ein Macaron aussieht wie der andere – reine Übungssache!

Foto: Andrea Thode

Mit dem Spritzbeutel werden die Macarons freihändig auf eine Backmatte dressiert.

Foto: Andrea Thode

Anschließend müssen sie etwa 1 Stunde abtrocknen, bis sich oben eine Haut bildet. Dann kommen sie für ca. 12 Minuten in den Ofen.

Foto: Andrea Thode

Die Füllung soll auf der Zunge zergehen, muss die Schalen zusammenhalten...

Foto: Andrea Thode

...dabei aber genug Stand haben, dass sie beim Reinbeißen nicht herausquillt.

Foto: Andrea Thode

Ein Macaron kann durchaus mit mehreren Komponenten gefüllt werden, hier ist es ein Himbeergelee, weiße Ganache mit Rosenduft und frische Litschi.

Foto: Andrea Thode

Das Ganze wird vorsichtig zusammengesetzt...

Foto: Andrea Thode

...und birgt für den Genießer später eine nette kleine Überraschung.

Foto: Andrea Thode

Macarons ohne Speisefarbe sind eigentlich nicht denkbar...

Foto: Andrea Thode

...ein Pistazienmacaron muss nun mal grün sein.

Foto: Andrea Thode

Die Macarons mit Birne und Haselnuss werden manchmal auch mit weißem Trüffel (niemals Trüffelöl!) hergestellt...

Foto: Andrea Thode

...dann erreicht der Wareneinsatz sportliche Höhen.

Foto: andrea thode photography

Die Geschichte der Macarons geht zurück bis ins Jahr 827, als muslimische Eroberer aus dem heutigen Tunesien ein Emirat auf Sizilien errichteten. Sie brachten neben Papier (statt Pergament), Zitronen, Pistazien und Reis auch verschiedene Süßspeisen mit, bei denen gern eine Paste aus gestampften Mandeln mit Zucker verarbeitet wurde. Daraus entwickelten sich verschiedene Speisen, unter anderem die Vorläufer der Nudeln, die nämlich nicht, wie der Mythos will, von Marco Polo aus China mitgebracht wurden.

Kaum vierhundert Jahre später wird auf Sizilien erstmals das Wort Maccaruni nachgewiesen, das vielleicht sogar aus dem Arabischen stammt. Jedenfalls entwickeln sich aus diesem Stamm in Italien das Wort Makkaroni und in Frankreich Macarons, für feines Gebäck.

Außen ein kleines bisschen knusprig, innen weich und mürbe und vor allem eine Wundertüte der Aromen. So soll er sein, der Macaron!

Es dauerte aber noch eine ganze Weile, bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, als endlich jemand auf die Idee kam, zwei Kekse mit einer cremigen Füllung zusammenzukleben, sodass ein kleines Sandwich oder gar ein Burger daraus wurde. Das war dann tatsächlich in Paris, um den Titel des Erfinders streiten sich Claude Gerbet und Pierre Desfontaines. Letzterer war übrigens der Onkel des Gründers der Konditorei Ladurée, die heute auf der ganzen Welt Läden hat und dort – wen wundert’s – Macarons verkauft. Das Stück übrigens für knapp unter drei Euro, was dem einen oder anderen ein zusätzlicher Anreiz sein mag, die Sache doch mal selber auszuprobieren.

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