Pâtisserie Marios Macarons
Kunst ist schön, hat Karl Valentin gesagt, macht aber auch viel Arbeit. Das Gleiche gilt für Macarons, und was sie auch mit der Kunst gemeinsam haben ist, dass es ziemlich oft schiefgeht. Mario Michaelis vom 100/200 erzählt, dass er sich als junger Koch ein Wochenende in der Küche eingeschlossen hat und so lange Macarons gebacken hat, bis er es konnte. Immer wieder, bis es geklappt hat. Wenn man es zum ersten Mal probiert, sollte man also davon ausgehen, dass es vielleicht nichts wird.
Die Geschichte der Macarons geht zurück bis ins Jahr 827, als muslimische Eroberer aus dem heutigen Tunesien ein Emirat auf Sizilien errichteten. Sie brachten neben Papier (statt Pergament), Zitronen, Pistazien und Reis auch verschiedene Süßspeisen mit, bei denen gern eine Paste aus gestampften Mandeln mit Zucker verarbeitet wurde. Daraus entwickelten sich verschiedene Speisen, unter anderem die Vorläufer der Nudeln, die nämlich nicht, wie der Mythos will, von Marco Polo aus China mitgebracht wurden.
Kaum vierhundert Jahre später wird auf Sizilien erstmals das Wort Maccaruni nachgewiesen, das vielleicht sogar aus dem Arabischen stammt. Jedenfalls entwickeln sich aus diesem Stamm in Italien das Wort Makkaroni und in Frankreich Macarons, für feines Gebäck.
Es dauerte aber noch eine ganze Weile, bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, als endlich jemand auf die Idee kam, zwei Kekse mit einer cremigen Füllung zusammenzukleben, sodass ein kleines Sandwich oder gar ein Burger daraus wurde. Das war dann tatsächlich in Paris, um den Titel des Erfinders streiten sich Claude Gerbet und Pierre Desfontaines. Letzterer war übrigens der Onkel des Gründers der Konditorei Ladurée, die heute auf der ganzen Welt Läden hat und dort – wen wundert’s – Macarons verkauft. Das Stück übrigens für knapp unter drei Euro, was dem einen oder anderen ein zusätzlicher Anreiz sein mag, die Sache doch mal selber auszuprobieren.
Rezepte
Macaronschalen
Himbeer-Litschi-Rosen-Macarons
Pistazienmacarons
Birne-Haselnuss-Macarons