Geschmack verändern Wie lernen wir, ungeliebtes Essen zu mögen?
Satt? Eigentlich schon, aber ein Eis passt trotzdem noch rein. Vor allem als Kinder können wir anscheinend unendlich viele Gummibärchen, Bonbons und Schokoladentafeln verdrücken.
Dass Kinder Süßes lieben, ist logisch für Maik Behrens, der als Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie zu Geschmack forscht: »Jedes kleine Kind hasst bitter und liebt süß. Das ergibt evolutionär Sinn, weil Bitterstoffe häufig Giftstoffe sind, die in der Natur vorkommen. Deswegen ist es durchaus sinnvoll, dass wir da nichts erlernen müssen, sondern uns das einfach mit in die Wiege gelegt wird.«
Diesen Mechanismus gibt es übrigens nicht nur bei Menschen.
Geschmack hat nicht allein etwas mit Schmecken zu tun. Was wir gerne essen, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Geruch, Textur, Temperatur oder Farbe beispielsweise. Nicht nur Mund und Auge essen also mit, sondern auch Nase und Ohren.
Darüber hinaus entsteht Geschmack vor allem durch Gewohnheit. Wer sich zum Beispiel an den Geschmack von Spargel herantasten möchte, hat zwei Möglichkeiten:
»Die komplizierte Lösung wäre, dass man Spargel in kleinen Dosen und vielleicht gemischt mit gern gegessenen Speisen zu sich nimmt und hofft, bis zum nächsten Jahr eine gewisse Spargel-Toleranz zu entwickeln. Die einfache Lösung ist, eine Nasenklammer aufzusetzen«, rät Maik Behrens.
Das funktioniert, weil bei Spargel das Geruchsempfinden wichtiger ist als der Geschmack. Wie wir unseren Geschmack austricksen, können wir ganz einfach selbst testen: Zucker in den Mund nehmen und gleichzeitig mit der Nase an Vanille riechen. Schon schmeckt es plötzlich auch im Mund nach Vanille.
Wie verändert sich unser Geschmack im Laufe des Lebens? Warum essen so wenige Menschen Lakritz? Und wie machen wir Kindern gesundes Essen schmackhaft?
Darüber spricht Maik Behrens im SPIEGEL-Podcast Smarter leben.
Die aktuelle Folge hören Sie hier:
Mehr Infos:
Webseite: Leibniz-Institut
Geschmacks-Quiz: Was wissen Sie über Geschmack?
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