Günstiges Rezept für French Toast und Brotsalat, ab 1 Euro pro Person - DER SPIEGEL
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Sieht nicht nur lecker aus, schmeckt auch so: French Toast, auch bekannt als arme Ritter

Sieht nicht nur lecker aus, schmeckt auch so: French Toast, auch bekannt als arme Ritter

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Sebastian Maas / DER SPIEGEL

Kochen ohne Kohle Aus dem Brot eine Tugend machen, ab einem Euro pro Person

Altes Brot lässt sich oft noch in köstliche Gerichte verwandeln, in Arme Ritter und Brotsalat zum Beispiel. Beide Rezepte sind nicht nur sparsam, sondern auch schnell gemacht.
Eine Kolumne von Sebastian Maas

Es gibt häufig Situationen, in denen ich mich über mich selbst ärgere: Wenn ich den Haustürschlüssel (mal wieder) vergessen habe oder mir (mal wieder) eine Woche nach einem Geburtstag einfällt, dass ich einem Freund gratulieren wollte. Ich schiebe das auf meine Verplantheit, vielleicht ist auch ADHS im Spiel , wer weiß das schon.

Was mich aber wirklich auf die Palme bringt, ist, wenn ich altes Brot wegwerfen muss, weil ich vergessen habe, es rechtzeitig aufzuessen oder zu verkochen. Warum? Getreide wie Weizen gehört zu den Grundnahrungsmitteln. Mit Beginn des Ukrainekriegs wurde plötzlich vielen klar, wie fragil die Versorgung mit Weizenmehl sein kann. Was Deutschland an Weizen auf dem Weltmarkt aufkauft, fehlt andernorts. Ein hoher Weizenpreis ist hierzulande ein Ärgernis, in anderen Regionen sorgt er für Hungersnöte . Umso schlimmer ist es, wenn das anderswo fehlende Brot hier in der Tonne landet.

Zum Glück kann man mit altem Brot jede Menge anstellen. Wichtig ist eigentlich nur, dass es nicht schimmelt, dann muss es nämlich wirklich entsorgt werden. Bei richtiger Lagerung – also möglichst in einem trockenen Brotkorb oder Tontopf, und nicht in schwitzenden Plastiktüten verpackt – hält sich Brot aber recht lange. Es wird dann nur trocken und hart. Doch damit können wir arbeiten.

Ich stelle heute zwei Rezepte vor, die man gut mit altbackenem Brot machen kann. Für mich heißt dieser Zustand: zu hart zum Essen, aber noch gerade so weich genug, dass es sich mit einem Sägemesser schneiden lässt. Wer wirklich steinhartes Brot hat, kann damit aber immer noch Semmelbrösel, Brotsuppe oder Semmelknödel machen. Die Rezepte zeige ich ein anderes Mal.

Heute gibt es hier aber einen knusprigen Brotsalat, der in ähnlicher Zubereitung immer für lange Schlangen in der SPIEGEL-Kantine sorgt, und French Toast. Das Zweite ist vielen wahrscheinlich besser unter dem Namen »arme Ritter« bekannt, allerdings bringt der englische Name mehr Likes auf Instagram. Beide Gerichte lassen sich beliebig anpassen, was die Auswahl des Obstes, Gemüses oder auch Brotes angeht. Und selbst wer kein altbackenes, sonders frisches Brot zu Hause hat, kann die Rezepte nachkochen.

Das benötigt man für zwei Portionen French Toast

Wer vegan lebt, kann das Ei durch Kichererbsenmehl ersetzen

Wer vegan lebt, kann das Ei durch Kichererbsenmehl ersetzen

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL
  • 3–4 dick geschnittene Scheiben (gern auch altes) Brot oder Brötchen

  • 1 Ei oder 1 Esslöffel Kichererbsenmehl

  • 100 ml Milch oder Pflanzendrink

  • 1 Päckchen Vanillezucker

  • 1/2 TL (gestrichen) Zimt

  • etwas Zucker oder Puderzucker

  • Obst nach Wahl

  • Etwas Öl zum Braten

  • Optional: Ahornsirup, Zitronenabrieb, Marmelade, Nussmus oder Schokocreme

Was kostet das? Etwa 1 Euro pro Portion ohne das Obst, das im Preis stark variieren kann
Wie lange dauert das? 15 Minuten

So einfach macht man French Toast

  • Milch, Ei, Vanillezucker und Zimt in einem tiefen Teller verrühren. Wer eine Biozitrone da hat, kann auch etwas Zeste in die Mischung reiben.

  • Das Brot in möglichst dicke Scheiben schneiden, etwa vier Zentimeter sind ideal. Das Brot in die Mischung legen und von beiden Seiten gut damit durchtränken.

  • Eine Pfanne auf mittlere Hitze bringen. Etwas Öl und dann das eingeweichte Brot hineingeben. Von jeder Seite etwa drei bis vier Minuten sanft (!) anbraten, dabei das Brot nicht bewegen.

  • Das Obst waschen und gegebenenfalls klein schneiden.

  • Den Toast auf dem schönsten Teller anrichten, mit Obst verzieren und mit Puderzucker bestreuen. Auch Marmelade, Schokocreme, Ahornsirup oder Nussmus passen hervorragend.

»Früchtebrot in Morgensonne«: Maas, 2024

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Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL

Falls noch etwas von der süßen Marinade übrig geblieben ist, muss diese nicht weggeworfen werden. Mit ein bisschen Mehl wird daraus ein leckerer Pfannkuchenteig. Oder man tunkt einfach noch etwas mehr altes Brot hinein.

Das benötigt man für zwei Portionen Brotsalat

Nehmen Sie, welches Gemüse Sie am liebsten mögen. Oder welches an dem Tag am günstigsten war

Nehmen Sie, welches Gemüse Sie am liebsten mögen. Oder welches an dem Tag am günstigsten war

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL
  • 200 g altbackenes Brot, etwa Ciabatta, Baguette oder Fladenbrot

  • 300 bis 400 g Gemüse, etwa einen Mix aus Rucola, Tomaten, Gurke, Paprika, Zwiebel, Olive

  • 2 Zehen Knoblauch

  • 50 ml Öl für das Brot, 20 ml für das Dressing

  • 2 TL Balsamico oder Zitronensaft

  • 2 TL getrocknete italienische Kräuter

  • 1/2 TL Salz oder Würzsalz (z.B. für Pommes oder Brathähnchen)

  • eine Prise Zucker

  • Optional: Käse nach Lust und Laune, z.B. Parmigiano Reggiano

Was kostet das? Ohne Käse etwa 1,50 pro Portion, mit Käse um die zwei Euro
Wie lange dauert das? 20 bis 30 Minuten

So einfach macht man Brotsalat

Wenn man die Brotwürfel erst direkt vor dem Essen in den Salat gibt, bleiben sie knusprig

Wenn man die Brotwürfel erst direkt vor dem Essen in den Salat gibt, bleiben sie knusprig

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL
  • Das Brot in gleich große Würfel hacken, diese mit Öl, Kräutern und Salz in einer Schüssel durchschwenken und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Bei 180 Grad (Ober-/Unterhitze) im heißen Ofen etwa 10 Minuten kross backen. Im nicht vorgeheizten Ofen dauert es 20 bis 25 Minuten, wird aber ebenso lecker.

  • Das Gemüse nach Wahl waschen, grob schneiden oder hacken und miteinander in derselben Schüssel wie die Öl- und Kräuterreste vermengen.

  • Knoblauch schälen, fein hacken und dazu geben.

  • Wer mag, zieht mit einem Sparschäler ein paar Streifen Käse ab und mischt diese unter.

  • Den Salat mit Balsamico/Zitrone, einer Prise Zucker und Salz abschmecken und eventuell mehr Öl dazu geben.

  • Die knusprigen Brotwürfel noch heiß aus dem Ofen direkt in den Salat geben, einmal durchschwenken und sofort servieren. Wichtig ist, dass es schnell geht, damit das Brot kross bleibt. Wer den Salat vorbereiten möchte, kann Brotwürfel und Gemüse bis zum Essen getrennt lagern.

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