Tofu-Saté-Spieße mit Kokos-Erdnuss-Soße für 1,50 Euro pro Portion - Kochen ohne Kohle - DER SPIEGEL
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Knusprige Tofu-Satéspieße: In 30 Minuten fertig

Knusprige Tofu-Satéspieße: In 30 Minuten fertig

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL

Kochen ohne Kohle Saté-Spieße vom Tofuhähnchen mit Kokos-Erdnuss-Soße – für 1,50 Euro pro Portion

Die Alternative zu Geflügel ist mit einer frischen Soße und knackigen Erdnusskernen in 30 Minuten fertig auf dem Tisch. Dazu ist sie auch günstiger. Und noch knuspriger.
Eine Kolumne von Sebastian Maas

In der vergangenen Folge zu koreanischem Gurkensalat habe ich Ihnen versprochen, dieses Mal das Rezept für meine Tofu-Saté-Spieße herauszurücken. Solche Spieße werden traditionell meist mit Hähnchenfleisch gemacht (und das können Sie natürlich auch hier tun), im Sinne des Preises und Tierschutzes mache ich sie aber mit Tofu.

»Kochen ohne Kohle«

Bafög oder Azubigehalt sind schon wieder fast aufgebraucht? Der Obstkorb beim unbezahlten Agenturpraktikum war geräubert? Und bitte nicht schon wieder Pizzatoast? Alles kein Problem: In dieser Kolumne zeigt SPIEGEL-Redakteur und Hobbykoch Sebastian Maas, wie man trotz Flaute auf dem Konto leckere und besondere Gerichte zaubern kann. Dabei gibt es nur zwei Regeln:

  • Eine Portion darf maximal so viel kosten wie ein Essen in der Mensa, also drei Euro.

  • Teure Spezialgeräte sind tabu.

Denn: Bei meinem Discounter kosten 400 Gramm der günstigsten Hähnchensteaks aktuell knapp fünf Euro, dieselbe Menge Tofu gibt es für zwei Euro. Die Hähnchen haben bei dem Preis Haltungsstufe zwei von fünf, der Tofu Bioqualität. Und er hält sich auch länger im Kühlschrank. Der einzige Nachteil: Hähnchenbrust enthält etwa 25 Prozent Protein, Tofu »nur« 15 Prozent, was aber immer noch eine Menge ist.

Saté-Spieße stammen eigentlich aus Indonesien, sind aber auch in anderen Ländern Südostasiens verbreitet, etwa in Thailand und Malaysia. Dazu reicht man oft eine reichhaltige, stückige Erdnusssoße, die heute, als Erbe der Kolonien, in den Niederlanden auch auf Pommes gegessen wird. Ich wandle die Erdnusssoße etwas ab und setze sie zusammen mit Kokosmilch und Limettensaft an, für ein cremigeres und insgesamt leichteres Ergebnis.

Für Saté werden Fleisch oder Tofu erst in eine Kurkuma-Marinade eingelegt und dann gegrillt oder gebraten. Wer Kalorien spart, kann sie auch mit wenig Öl im Ofen oder Airfryer garen, dort werden sie aber schnell trocken, wenn man kein wachsames Auge auf sie hat. Tofu braucht ohnehin nur ein paar Minuten, wegen Salmonellen muss man sich hier keine Sorgen machen. Hey, noch ein Vorteil!

Das benötigt man für zwei Portionen Saté-Spieße

Der Pak Choi ist optional, Sie können auch den Gurkensalat aus der vergangenen Folge dazu reichen

Der Pak Choi ist optional, Sie können auch den Gurkensalat aus der vergangenen Folge dazu reichen

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL
  • 200 g Naturtofu

  • 1 gehäufter TL Kurkuma

  • 100 ml Kokosmilch

  • 10 g Erdnüsse, gehackt

  • 10 g Erdnussmus oder -butter

  • 150 g Reis

  • 10 ml Limettensaft

  • Chiliflocken nach Belieben

  • je ein Schuss Öl zum Einlegen und Braten, etwas Salz, sechs Schaschlikspieße

Wie lange dauert das? etwa 30 Minuten
Was kostet das? Etwa 3 Euro für die verbrauchten Zutaten, also 1,50 pro Portion. Wer größeren Hunger hat, kann auch mehr Tofu und Reis machen, bleibt dann aber immer noch weit unter 3 Euro pro Person.

Dazu passen Gurkensalat und Spiegelei oder gedämpfter Pak Choi.

So macht man Saté-Spieße

  • Den Block Tofu in zwei gleich große Scheiben zerteilen und diese dann in je neun mundgerechte Würfel schneiden. Jeweils drei davon auf einen Schaschlikspieß spießen. Tipp: Wenn die Würfel beim Aufspießen liegen, sind sie bereits alle auf einer Ebene, was in der Pfanne garantiert, dass jeder Würfel gleich viel Kontakt zur heißen Oberfläche hat.

Man kann den Tofu auch erst marinieren und dann aufspießen – in meiner präferierten Reihenfolge hat man aber weniger des stark färbenden Kurkumas auf allen Küchengeräten

Man kann den Tofu auch erst marinieren und dann aufspießen – in meiner präferierten Reihenfolge hat man aber weniger des stark färbenden Kurkumas auf allen Küchengeräten

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL
  • Einen Schuss Öl zusammen mit Kurkuma, Chiliflocken und der Hälfte des Limettensafts verrühren und die Spieße darin mindestens zehn Minuten einlegen. Am einfachsten geht das in einem Gefrierbeutel, dann macht man sich die Finger nicht gelb.

  • Die Kokosmilch in einem kleinen Topf erhitzen, aber nicht aufkochen. Erdnussmus und den restlichen Limettensaft einrühren und die Hitze abstellen.

  • Den Reis kochen: Ich mache es meist mit der Fingermethode: Den Reis waschen, dann vom obersten Reiskorn im Topf genau einen Fingerknöchel hoch Wasser auffüllen. Leicht salzen, aufkochen lassen, den Deckel auflegen und bei ausgeschalteter Hitze auf der heißen Herdplatte mit aufgelegtem Deckel für zehn bis zwölf Minuten zu Ende dämpfen lassen.

  • Optional: Vom Pak Choi den Strunk vorsichtig abschneiden und das Gemüse vierteln. Gut waschen, ohne die Viertel dabei komplett zu zerpflücken. Nach dem Aufkochen einfach mit in den Reistopf legen und dämpfen lassen.

  • Die Erdnüsse hacken.

  • Tofu-Spieße in einer Pfanne, auf dem Grill oder im vorgeheizten Ofen/Airfryer für ein paar Minuten knusprig durchgaren. Vorsicht: Bei der letzten Variante werden sie schnell trocken, also nicht zu lange drin lassen. Wer die Spieße grillt, sollte die Holzstäbchen vorher in Wasser einlegen, damit sie nicht verkokeln.

  • Die Spieße zusammen mit dem Reis und Gemüse auf einem flachen Teller anrichten, etwas von der Soße und den gehackten Erdnüssen darüber geben und reinhauen.

Im Ofen und Airfryer wird der Tofu schnell trocken. Besser schmeckt er, wenn man ihn anbrät.

Im Ofen und Airfryer wird der Tofu schnell trocken. Besser schmeckt er, wenn man ihn anbrät.

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL

Profitipps: Wer mag, kann die Marinade beliebig erweitern und verbessern: Geriebene Schalotten, Knoblauch, Ingwer, Koriander und Kreuzkümmel sind gute Ergänzungen. Und natürlich kann man die Stückchen länger als zehn Minuten marinieren, gern auch über Nacht. Außerdem kann es sich lohnen, je nach Tofu-Marke und -Sorte, den Block vorher auszupressen – oder einzufrieren und vor dem Verarbeiten wieder aufzutauen. Beides sorgt dafür, dass im Innern Hohlräume entstehen, in welche die Marinade besser einziehen kann. Bei der Einfriermethode bekommt der Tofu zudem eine spannend fleischige Textur. Probieren Sie es mal aus!

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