Ökostrom vergleichen: Kosten, Tarife und Ökostromlabel
In Kooperation mit TARIFFUXX

Ökostrom-Tarife

Besonders nachhaltige Stromtarife im Vergleich

Ökostrom-Vergleich (heise Tarifrechner)

Ökostrom muss nicht mehr kosten als ein herkömmlicher Stromtarif. Wer wechseln möchte, kann deshalb zuerst Preise vergleichen und anschließend prüfen, wie konsequent der jeweilige Tarif erneuerbare Energien unterstützt.

Auf den Punkt gebracht
  • Ökostromtarife sind nicht grundsätzlich teurer als andere Stromtarife
  • Für einen ersten Vergleich reichen Postleitzahl und Jahresverbrauch
  • Ein Ökostromtarif garantiert, dass die verkaufte Strommenge aus erneuerbaren Energien erzeugt wurde
  • Wer mit seinem Tarif zusätzlich den Ausbau erneuerbarer Energien fördern möchte, sollte auf anerkannte Ökostromlabel achten

Was kostet Ökostrom?

Die Sorge vor einem deutlichen Aufpreis ist häufig unbegründet. Ökostromtarife können preislich mit anderen Stromtarifen absolut mithalten. Ob man durch einen Wechsel mehr oder weniger bezahlt, hängt vor allem vom bisherigen Vertrag und den aktuell am Wohnort verfügbaren Tarifen ab.

Deshalb ist es sinnvoll, zunächst den persönlichen Jahrespreis zu vergleichen. Dafür benötigt man die Postleitzahl und den Stromverbrauch des Haushalts. Den bisherigen Jahresverbrauch findet man auf der letzten Stromabrechnung.

Im Stromrechner von heise können Sie den Filter „Nur Ökostrom“ setzen und später weiter verfeinern:

  • „Öko Basis“ zeigt Tarife mit 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien
  • „Öko KlimaPlus“ zeigt nur Tarife, die zusätzlich den Ausbau erneuerbarer Energien fördern und mit ok-power oder dem Grüner Strom-Label zertifiziert sind

Ist Ökostrom wirklich „ökologisch“?

Ja, allerdings muss man verstehen, was damit garantiert wird. Ein Anbieter, der Ökostrom verkauft, muss für die entsprechende Strommenge nachweisen, dass Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Sonne oder Wasser erzeugt und in das europäische Stromnetz eingespeist wurde.

Dafür dienen sogenannte Herkunftsnachweise. Vereinfacht gesagt handelt es sich um elektronische Herkunftsbelege für erneuerbar erzeugten Strom. Das Umweltbundesamt verwaltet das deutsche Register und stellt sicher, dass dieselbe Menge erneuerbarer Energie nicht mehrfach als Ökostrom verkauft werden kann.

Ein solcher Nachweis sagt jedoch noch nicht, ob der Tarif zusätzlich den Bau neuer Windkraft-, Solar- oder anderer Anlagen unterstützt. Genau darin liegt ein wichtiger Unterschied zwischen verschiedenen Ökostromangeboten.

Welcher Ökostrom ist besonders nachhaltig?

Wer vor allem Strom aus erneuerbaren Energien beziehen möchte, kann bereits mit einem normalen Ökostromtarif richtig liegen. Wer mit seiner Tarifentscheidung zusätzlich den Ausbau erneuerbarer Energien fördern möchte, sollte strengere Kriterien anlegen.

Orientierung bieten insbesondere das ok-power-Siegel und das Grüner Strom-Label. Sie stellen zusätzliche Anforderungen an die zertifizierten Stromprodukte.

Im Tarifrechner lassen sich solche Angebote mit „Öko KlimaPlus“ herausfiltern. Angezeigt werden dann Tarife mit 100 Prozent erneuerbaren Energien, bei denen zusätzlich nachweislich in den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien investiert wird und der Anbieter nicht an Atom- oder Kohlekraftwerken beteiligt ist.

Stromanbieter wechseln und Grundversorgung

Das Vorgehen beim Wechsel zu einem Ökostromanbieter unterscheidet sich nicht von einem Wechsel zu einem Anbieter mit konventioneller Stromerzeugung. Informationen und Tipps zum Wechsel gibt es im Ratgeber zum Stromanbieterwechsel.

Angst vor einem Ausfall des Stroms bei einem Wechsel sind auch beim Ökostrom unbegründet. Der Grundversorger garantiert die Versorgung von Haus und Wohnung mit Strom, bis der neue Anbieter übernimmt. 

Häufige Fragen zu Ökostrom
Ist Ökostrom teurer als normaler Strom?
Nein, Ökostrom ist nicht grundsätzlich teurer. Abhängig vom bisherigen Vertrag kann ein Wechsel zu Ökostrom die Stromkosten sogar senken. Entscheidend sind Wohnort, Verbrauch und die aktuell verfügbaren Tarife.
Ist Ökostrom wirklich zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen?
Bei einem entsprechenden Ökostromtarif muss die verkaufte Strommenge zu 100 Prozent erneuerbaren Energien zugeordnet sein. Herkunftsnachweise stellen sicher, dass dafür tatsächlich Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt wurde und diese Eigenschaft nicht mehrfach verkauft wird.
Unterstützt jeder Ökostromtarif automatisch die Energiewende?
Nicht im gleichen Umfang. Ein normaler Ökostromtarif weist zunächst die erneuerbare Herkunft der Strommenge nach. Besonders nachhaltige Tarife erfüllen zusätzliche Kriterien und können beispielsweise den Ausbau erneuerbarer Energien fördern.
Warum kommt bei Ökostrom nicht nur „grüner“ Strom aus der Steckdose?
Im Stromnetz wird Elektrizität aus Wind-, Solar-, Wasser-, Kohle-, Gas- und anderen Kraftwerken gemeinsam transportiert. Der Ökostromvertrag stellt deshalb nicht einen getrennten Stromfluss zum Haushalt sicher, sondern die Erzeugung der entsprechenden Strommenge aus erneuerbaren Energien.
Was ist ein Herkunftsnachweis für Ökostrom?
Ein Herkunftsnachweis ist ein elektronischer Beleg dafür, wo und wie eine bestimmte Menge erneuerbarer Energie erzeugt wurde. Das System verhindert, dass dieselbe erneuerbar erzeugte Strommenge mehrfach als Ökostrom verkauft wird.
Kann Ökostrom aus dem Ausland stammen?
Ja. Herkunftsnachweise können innerhalb Europas gehandelt werden. Ein in Deutschland angebotener Ökostromtarif kann daher beispielsweise Strom aus Wasserkraft eines anderen europäischen Landes berücksichtigen.
Welche Ökostrom-Siegel sind empfehlenswert?
Das Umweltbundesamt nennt unter anderem das ok-power-Siegel und das Grüner Strom-Label als empfehlenswerte Kennzeichnungen. Sie stellen über die erneuerbare Herkunft hinaus zusätzliche Anforderungen an die zertifizierten Tarife.
Quellen

Bildquellen: Illustration