Auf der Stromrechnung bezahlt man weit mehr als den eigentlichen Strom: Netze, Messstellenbetrieb, Steuern, Abgaben und Umlagen gehören ebenfalls zum Preis. Nicht alle Bestandteile kann der Stromanbieter beeinflussen – trotzdem unterscheiden sich Tarife deutlich, weshalb sich ein Strompreisvergleich lohnt.
Auf den Punkt gebracht
Der Strompreis besteht aus Beschaffung und Vertrieb, Netzentgelten, Steuern sowie Abgaben und Umlagen
Rund ein Drittel des Strompreises entfällt derzeit allein auf die Stromnetze
Stromanbieter können nur einen Teil dieser Kosten selbst beeinflussen
Arbeitspreis und Grundpreis entscheiden darüber, was der eigene Haushalt tatsächlich bezahlt
Kostenfaktoren im Strompreis
Vereinfacht lässt sich der Strompreis für private Haushalte in vier Kostenblöcke aufteilen:
Bestandteil
Was steckt dahinter?
Beschaffung, Vertrieb und Marge
Einkauf des Stroms, Kosten des Anbieters für den Vertrieb
sowie seine Marge
Netze und Messung
Transport und Verteilung des Stroms sowie Kosten für den
Stromzähler
Steuern
Vor allem Stromsteuer und Umsatzsteuer
Abgaben und Umlagen
Unter anderem Konzessionsabgabe, Offshore-Netzumlage,
KWKG-Umlage und Aufschlag für besondere Netznutzung
Quelle: Bundesnetzagentur, Stand 10/2026
Wie groß die einzelnen Anteile sind, verändert sich von Jahr zu Jahr. Auch der Wohnort spielt eine Rolle. Die Netzentgelte unterscheiden sich beispielsweise regional.
Für Haushaltskunden entfielen im April 2026 durchschnittlich rund 32 Prozent des Strompreises allein auf die Netzentgelte einschließlich Messung.
Warum unterscheiden sich Strompreise je nach Anbieter?
Ein Teil des Strompreises ist für den Stromanbieter nicht frei verhandelbar. Dazu gehören beispielsweise Steuern und die am jeweiligen Anschluss geltenden Netzentgelte.
Anders sieht es bei Strombeschaffung, Vertrieb und Marge aus. Stromanbieter kaufen Energie unterschiedlich ein und kalkulieren ihre Tarife selbst. Deshalb kann derselbe Haushalt bei einem anderen Anbieter einen niedrigeren Gesamtpreis bezahlen.
Der Arbeitspreis wird für jede verbrauchte Kilowattstunde berechnet. Bei 3.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch und einem Arbeitspreis von 30 Cent/kWh entstehen beispielsweise 900 Euro verbrauchsabhängige Kosten.
Der Grundpreis fällt dagegen unabhängig vom Verbrauch an. Beträgt er 180 Euro im Jahr, ergeben sich bei den oben genannten 900 Euro Arbeitspreis insgesamt 1.080 Euro.
Deshalb sollte man Tarife nicht allein nach dem Arbeitspreis auswählen. Gerade bei niedrigem Stromverbrauch kann ein hoher Grundpreis einen günstigen Arbeitspreis teilweise wieder ausgleichen.
Wie wirken sich Boni auf den Strompreis aus?
Viele Stromtarife enthalten einen einmaligen Bonus für Neukunden. Dieser kann nach Erfüllung der jeweiligen Bedingungen ausgezahlt oder mit einer Stromrechnung verrechnet werden und dadurch die Kosten im ersten Vertragsjahr senken.
Für einen langfristigen Preisvergleich sollte man deshalb auch auf die Kosten ohne Bonus achten. Ab dem zweiten Vertragsjahr fällt die einmalige Vergünstigung in der Regel weg.
Grundversorgung, Ökostrom oder anderer Stromtarif: Ändert das die Zusammensetzung?
Die grundlegenden Bestandteile bleiben gleich. Auch bei Ökostrom und in der Grundversorgung bezahlt man unter anderem für Strombeschaffung, Netze, Steuern und Umlagen.
Unterschiede entstehen vor allem durch die Tarifkalkulation. Die Grundversorgung ist häufig teurer als alternative Stromtarife. Wer Ökostrom möchte, muss dagegen nicht grundsätzlich mit einem höheren Preis rechnen.
Der Strompreis enthält neben den eigentlichen Beschaffungskosten unter anderem Netzentgelte, Steuern, Abgaben und Umlagen. Deshalb lässt sich der Endpreis nicht allein aus dem Preis für Strom an der Börse ableiten.
Wie berechnet man die jährlichen Stromkosten?
Man multipliziert den Arbeitspreis mit dem Jahresverbrauch und addiert den jährlichen Grundpreis. Bei 3.000 Kilowattstunden und 30 Cent/kWh entstehen 900 Euro über den Verbrauch. Bei 180 Euro Grundpreis ergeben sich insgesamt 1.080 Euro pro Jahr.
Was ist wichtiger: Arbeitspreis oder Grundpreis?
Das hängt vom Verbrauch ab. Bei hohem Stromverbrauch hat der Arbeitspreis besonders großen Einfluss auf die Rechnung. Bei geringem Verbrauch gewinnt der Grundpreis an Bedeutung. Aussagekräftiger ist deshalb der Gesamtpreis für den eigenen Jahresverbrauch.
Warum sind Strompreise regional unterschiedlich?
Ein wesentlicher Grund sind die regional unterschiedlichen Netzentgelte. Hinzu kommt, dass Stromanbieter ihre Tarife und teilweise auch ihre Vertriebsgebiete unterschiedlich gestalten.
Warum wird Strom nicht sofort günstiger, wenn der Börsenstrompreis sinkt?
Stromanbieter kaufen einen Teil der benötigten Energie häufig im Voraus. Dadurch wirken sich Veränderungen am Großhandelsmarkt nicht unmittelbar und vollständig auf bestehende Haushaltstarife aus. Außerdem besteht der Endpreis nur zu einem Teil aus den Kosten der Strombeschaffung.
Welche Steuern und Umlagen stecken im Strompreis?
Zum Strompreis gehören die Stromsteuer und die Umsatzsteuer. Hinzu kommen unter anderem die Konzessionsabgabe, die KWKG-Umlage, die Offshore-Netzumlage und der Aufschlag für besondere Netznutzung.
Gibt es die EEG-Umlage noch?
Nein. Die EEG-Umlage wird seit Juli 2022 nicht mehr über die Stromrechnung erhoben. Die Finanzierung der EEG-Förderung erfolgt seitdem aus dem Bundeshaushalt.
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