Eine Glamourbranche in der Krise: Kein Anschluss unter UMTS - DER SPIEGEL
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Eine Glamourbranche in der Krise Kein Anschluss unter UMTS

"Die Eroberung eines neuen Kontinents" hatte man prophezeit, als zum Jahrtausendwechsel die Informations-Hysterie ausbrach. Geblieben ist ein bescheidenes Paradies in der irischen See: Die Isle of Man.
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Dort existiert Europas erstes und einziges UMTS-Test-Netz mit gerade mal 120 Kunden. Einer von Ihnen ist der Autohändler Shaun Oysten, der sich mit viel Mühe aber reichlich Telefongebühren ein briefmarkenkleines Bild aus der Verkaufshalle auf sein Handy funken lassen kann - meist unscharf, verwackelt und in bizarren Farben.

Dabei sollte unter dem Kürzel UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) der Mobilfunk-Branche eine Wachstumsstory ungeahnten Ausmaßes beschert werden. Mobile Datendienste hieß die Zauberformel. Jeder Mobilfunkanbieter wollte mitmachen. Der Rausch gipfelte im Jahr 2000 in der wohl teuersten Auktion aller Zeiten, bei der die Mobilfunkkonzerne für die sechs UMTS-Lizenzen in Deutschland rund 51 Milliarden Euro bezahlten. Rasch folgte der Katzenjammer.

Die Milliarden sind in den Haushaltslöchern des Bundes versickert, die Branche schrammt an der Insolvenz vorbei, Entlassungen sind an der Tagesordnung und Gewinne sind sowieso nicht in Sicht. Da wirkt es eher belustigend, wenn sich auf der Münchner Messe Systems zwei UMTS-Repräsentanten mit ausgestrecktem Arm gegenüber stehen, mit Bild-Telefon-Handys zugrinsen, auf die Displays starren und die üblichen Floskeln austauschen: "Ist das nicht irre?"


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