Geschenke für Gernkochende Ab in die Küche!
Ninja Crispi
Die junge US-Firma Ninja gehört zu den Marktführern im Bereich der Airfryer. Deren Multifunktionsofen haben wir an dieser Stelle bereits getestet. Mit dem Crispi bringt das Unternehmen die Vorzüge des Airfryens – extrem schnelles Garen und Rösten mit sehr wenig Fett – in die Welt des sogenannten Meal Prepping.
Der Crispi misst bei 30 Zentimeter Höhe nur 30 mal 25 Zentimeter. Damit ist er klein genug für Ein- und Zweipersonenhaushalte. Gegart wird wahlweise in einem von zwei Glasbehältern mit 1,4 respektive 3,8 Liter Fassungsvermögen. Das nur zwei Kilogramm leichte Oberteil, »Power Pod« genannt, vereint Bedienfeld, Motor, Heizspirale und Gebläse. Es ist so gebaut, dass man es auch im heißen Zustand abnehmen und auf seinen vier länglichen Gummifüßen neben dem Garbehälter abstellen kann, ohne die Küchenarbeitsplatte oder den Schreibtisch anzusengen.
Schreibtisch? Der Erfolg dieses kompakten Airfryers rührt daher, dass man damit zu Hause vorbereitetes Essen in den wenigen kostbaren Minuten einer Mittagspause im Büro fertig kochen kann. Dabei ist die kleinere Schüssel im Vorteil: Erstens lässt sie sich mit ihrem Lock-on-Lock-Deckel besser gegen Auslaufen schließen, als mit dem einfachen Aufsetzdeckel der großen Schale.
Die ist mit zwei Kilogramm Leergewicht für die Mitnahme in Bus und Bahn schon recht sperrig. Die kleine Schüssel wiegt halb so viel. Außerdem passt nur die kleine direkt auf den Power Pod, die große benötigt einen mitgelieferten Adapter. Wichtig: das Pod-Oberteil sollte man nur an den oberen Griffmulden anfassen. Dort wird es im Gegensatz zum mehr als 60 °C heißen Gehäuse der Heizeinheit nur maximal 45 °C warm.
Steht das Lunchpaket am Arbeitsplatz, zaubert der Crispi daraus in erstaunlich kurzer Zeit ein warmes Essen, das gesünder und leckerer sein kann als Plastikschalen-Fertiggerichte aus der Mikrowelle. Eine solche braucht der Crispi in manchen Fällen allerdings zum Vorwärmen. Das gilt etwa für schwere Aufläufe und Lasagne, weil die reine Oberhitze dieses Airfryers so lange braucht, um solche Gerichte durchzuwärmen, dass der aufgestreute Käse dabei zu Asche verbrennen würde.
Lunchklassiker wie kleine Pizzen, Pinsa, Crostini, Schlemmerfilet Bordelaise, Schnitzel, Frikadellen, Leberkäse, Gemüsepfannen, überbackene Cannelloni, Kartoffel-Wedges, Lachsfilets und Chickenwings sind aber kein Problem – samt Beilagen. Sie lassen sich in den Betriebsmodi Airfry und (mit etwas weniger Hitze) Roast binnen weniger Minuten garen. Vorgekochte Gerichte werden in den Stufen Recrisp und Keep Warm aufgewärmt. Neben diesen vier Schaltstufen und der Zeitvorwahl gibt es keine weiteren Einstellungen, man muss also immer mit den Presets arbeiten.
Das funktionierte in unseren Tests sehr gut. Wir wärmten einen nicht zu dichten Blumenkohl-Kartoffel-Auflauf in wenigen Minuten vor und schmolzen den erst danach aufgestreuten Käse binnen 90 Sekunden nach. Rohen Drumsticks vom Hühnchen kann man durch die Glasschale dabei zusehen, wie sie zügig außen knusprig und innen saftig werden.
Begeistern konnte uns die Airfryer-Königsdisziplin: Tiefkühlpommes waren nach zehn Minuten ohne weitere Fettzugabe kross, ohne auszutrocknen. Man kann die Pommes auch nach sechs Minuten zur Seite schieben, eine Bockwurst dazulegen und nach weiteren zwei Minuten Gewürzketchup auf die Wurst geben. Dann braucht man für eine perfekte Currypommes-Schranke nur noch Mayo. Sonderlich gesund ist das nicht. Lecker schon.
Was kostet das? Etwa 129 Euro.
Burgvogel-Allzweckmesser
Der mit nur 15 Zentimetern Klingenlänge angenehm kompakte Allzweckschneider aus der Oliva Line von Burgvogel hat einen angenehm geformten Olivenholzgriff (also nichts für die Spülmaschine) und die typische Form klassischer europäischer Kochmesser. Die robuste Klinge besteht aus öl- und eisgehärtetem Chrom-Molybdänstahl X50CrMoV15.
Der polierte Handabzug ist im extrascharfen 14-Grad-Winkel ausgeführt – typisch für hiesige Haushaltsmesser mit einem vergleichsweise elastischen Stahl der Härte 56+ HRC. Damit wären Winkel um die 10 Grad, wie sie bei ultraharten japanischen Stählen möglich sind, sinnlos. Das ginge dann doch sehr zulasten der Schnitthaltigkeit, und man müsste zu oft nachschleifen.
Im häuslichen Schnippelalltag erweist sich das Oliva als brauchbarer, gut ausbalancierter und nur 168 Gramm leichter Allrounder. Man kann damit nicht allzu großes Gemüse, Wurst, Fleischersatzprodukte, rohe und gekochte Kartoffeln (die allerdings relativ stark an der Klinge anhaften) schneiden und auch kleine Mengen Kräuter fein wiegen.
Das Messer eignet sich am besten für die sogenannte Zugtechnik. Für Schiebeschnitte oder den Chef-Chopper-Schnitt der Profis ist die Klinge zu kurz. Dafür behielt die Schneide bei unseren Tests auf nicht zu harten Kunststoffschneidebrettern gut zwei Wochen ihre Schärfe und ließ sich wegen des recht weichen Stahls ruckzuck nachschärfen.
Was kostet das? Etwa 89 Euro.
Ritter Beezer
Stellen Sie sich diese Situation vor: Der Samstagabendbesuch klingelt, und just in diesem Moment fällt Ihnen ein, dass Sie den Begrüßungssekt, den Champagner oder den zum Start vorgesehenen Sparkling Tea noch nicht kalt gestellt haben. Niemand mag solche Prickler auf Raumtemperatur trinken, doch selbst im Tiefkühlfach würde es mehr als eine halbe Stunde dauern, um sie auf angemessene sechs bis acht Grad Celsius abzukühlen.
Mit dem Beezer, der aussieht wie eine Kreuzung aus Subwoofer und Gaming-PC, bietet die Firma Ritterwerk eine Lösung für dieses Problem, stolze 599 Euro teuer.
In Kombination mit einem Gebläse und einer Rotationsvorrichtung soll der Kühlkompressor des Beezer Flaschen in weniger als zehn Minuten von Zimmer- auf eine Trinktemperatur unter 10 °C bringen. Das ist eine steile Ansage, die wir mit einer Batterie von Bier-, Wein-, Limonaden- und Champagnerflaschen überprüft haben. Unsere Hilfsmittel: eine Stoppuhr, ein Infrarotthermometer sowie eines mit Messstab.
Die wichtigsten Grundfunktionen des mehr als 20 Kilogramm schweren Beezer lassen sich über Tasten an der Vorderseite steuern. Per App-Steuerung kann man die Kühlung allerdings übersichtlicher und gezielter regeln. Doch zunächst muss das Gerät eingeschaltet und das Vorkühlprogramm gestartet werden. Per App geht das auch von unterwegs.
Bei einer Raumtemperatur von 23 °C stoppten wir eine Vorkühlzeit von 9:31 Minuten. Ist die erreicht kann der Temperatursturz losgehen. Der Champagner aus dem Flaschenregal ist 24 °C warm, wir wollen ihn so schnell wie möglich auf die ideale Trinktemperatur von 8 °C bringen. Die App berechnet dafür eine Kühlzeit von 8:01 Minuten. Beim Öffnen der Beezer-Tür wabert kühler Nebel aus der Öffnung. Im Inneren messen wir per Infrarotthermometer –29 °C und legen die Flasche ein
Von der Rotation im Inneren ist nichts zu hören, aber der Kompressor ist mit ca. 60 Dezibel (dB) gut hörbar. Fairerweise muss man sagen: Für die geringe Größe ist das Gerät gut gedämmt, auch akustisch. Auf jeden Fall tönt der Kasten deutlich leiser als die Hintergrundmusik zu den Tischgesprächen.
Nach exakt 8:01 Minuten ertönt ein Signal. Wir messen an der spürbar kalten Flasche 12,3 °C. Das ist nicht übel, aber noch ein Stück von den gewünschten 8 °C entfernt. Erst nach weiteren vier Minuten erreicht die Flasche unsere Wunschtemperatur. Schneller ging es mit Schampus aus dem Weinkühlschrank: Den brachte der Beezer in vier Minuten von 16 auf 8 °C.
Die weiteren Messungen:
In 9 Minuten kam eine 0,75 Liter große Wasserflasche von 18 °C auf eisige 3 °C
4:35 Minuten wurde eine 0,33-Liter-Flasche Limonade von 20 °C auf 7 °C gekühlt
6:27 Minuten reichten knapp aus, um eine Bierflasche von 24 °C auf zischende 8 °C zu bringen
Das Gerät schaltet sich, solange kein Programm läuft, immer wieder mal kurz an, um die Vorkühltemperatur zu halten. Weil dabei auf der Rückseite warme Luft herausgepustet wird, sollte man die Aufstellanweisungen genau beachten. Beachten sollte man allerdings auch den Stromverbrauch, der im Kühlbetrieb bei 200 Watt liegt.
Was kostet das? Etwa 599 Euro.
Stöckli Marroniofen
Esskastanien kann man zwar auch im Backofen rösten, aber einen speziellen Maroniofen sein Eigen zu nennen, kann ja auch ein Distinktionsmerkmal sein – und sorgt auf jeder Party für Gesprächsstoff. Das Gerät kommt aus dem Land, in dem Esskastanien einen hohen kulinarischen Stellenwert haben: der Schweiz. Hersteller Stöckli bietet das kompakte Gerät inklusive Deckel an, der mittels einer Wendeplatte auch als Tischgrill oder Crêpes- und Tortilla-Bräter benutzt werden kann. Außerdem lassen sich in der tiefen gelochten Maronipfanne auch Folienkartoffeln garen.
In unserem Test erreichte das Öfchen in vier Minuten 250 °C, die stattliche Höchsttemperatur von 300 °C war nach acht Minuten erreicht. Das genügt allemal, um einen Haufen kurz in warmem Wasser angeweichte und mit einem scharfen Messer aufgeritzte Esskastanien in gerade mal zehn Minuten zu rösten. Man muss nur ein oder zweimal umrühren und ansonsten den Deckel geschlossen halten. Tipp: Nach dem Rösten sollte man die Maroni zehn Minuten in ein Küchenhandtuch eingewickelt nachziehen lassen – dann sind sie noch süßer und saftiger.
Die seitlichen Griffe und der Deckelklappgriff bleiben auch nach längerer Röstzeit angenehm anfassbar. Der Sockel wird außen maximal 50 °C warm. Hüten sollte man sich dagegen, andere Bauteile anzufassen. Das Deckelblech heizt sich stark auf, das Pfannengehäuse sogar bis auf 150 °C. Testweise rösteten wir auf der glatten Seite der mitgelieferten Bratplatte, die oben auf die Pfanne aufgesetzt und nach ein paar Minuten mehr als 200 °C heiß wird, ohne zusätzliches Fett ein paar Maistortillas.
Den Stöckli Marroniofen würden wir nicht unbedingt als einziges Küchengerät auf eine einsame Insel mitnehmen, aber auf jeden Fall bringt er zünftiges Dutch-Oven-Feeling ins Wohn- und Esszimmer.
Was kostet das? Etwa 169 Euro.