Pariser Salon Heißer Herbst am Eiffelturm
Paris - Allen Unkenrufen über sinkende Absatzzahlen und Aktienkurse zum Trotz, startet die Autoindustrie in einen heißen Herbst. Mit einer Vielzahl von neuen Modellen für alle Klassen und jeder Menge Designstudien wollen sich die Hersteller von Wolfsburg bis Tokio wieder ins Gespräch bringen. Traditionelle Bühne für die herbstliche Nabelschau ist der Pariser Automobilsalon, der in diesem Jahr vom 30. September bis zum 15. Oktober veranstaltet wird.
Nimmt man die offiziellen Ankündigungen der Aussteller und die Indiskretionen der Fachpresse zusammen, erwartet die Besucher im Schatten des Eiffelturms ein Neuheiten-Feuerwerk. Die Hauptrolle spielen dabei natürlich die französischen Hersteller, die ihren Heimvorteil für eine ganze Reihe Premieren nutzen.
So präsentiert Peugeot neben der Serienfassung des 206 Cabrio-Coupés den Nachfolger des Bestsellers 306, der allerdings erst im kommenden Jahr in den Handel kommt. Von Citroen erwartet Experten den neuen Xantia mit einem Benzindirekteinspritzer sowie dezente Retuschen für den Xsara.
Bei Renault geht - ebenfalls in der Mittelklasse - die nächste Generation des Laguna an den Start. Außerdem ist bei allen Franzosen mit neuen Konzepten für die Oberklasse sowie mit den Studien für kommende Kleinwagen zu rechnen.
Weil in diesem Jahr keine Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt stattfindet, werden sich auch die deutschen Anbieter an der Seine nicht zurückhalten: Bei Opel gibt zusammen mit dem Speedster der neue Corsa seinen Einstand; Ford präsentiert neben dem facegelifteten Cougar den Hoffnungsträger Mondeo in der zweiten Auflage.
Audi hat den A8 mit Zwölfzylinder in Aussicht gestellt. Mercedes erweitert die C-Klasse um einen sportlichen Dreitürer, und bei VW debütiert der aufgefrischte Passat.
Auch die restlichen Anbieter aus Europa dürften mit vollen Containern in die französische Hauptstadt kommen. So werden aus Italien der Nachfolger des Lancia Kappa, eine offene Version des Ferrari 550 und ein kleiner Fiat-Transporter namens Doblò im Stil des Renault Kangoo erwartet. Aus Schweden kommt der Stufenheck-Volvo S60, aus Spanien der aufgefrischte Seat Alhambra und eventuell ein Toledo Kombi, aus Tschechien weitere Skoda-Fabia-Versionen und ein Facelift für den Octavia.
Aus England melden sich Land Rover mit zwei neuen Motoren für den Freelander und Rover mit dem Kombi des 75 zurück. Außerdem spekuliert man bei Jaguar entweder mit dem Debüt des kleinen X400 oder einem neuen Roadster.
Selbst die asiatischen Anbieter, die im Herbst mit der Tokio Motor Show einen großen Branchengipfel vor der eigenen Haustür haben, wollen in Paris manche Neuheit ins Rampenlicht rücken: So hat Nissan - nach der Ehe mit Renault immerhin halbwegs französisch - mit dem X-Trail und dem Fusion zwei Studien angekündigt. Honda will den Generationswechsel beim Civic einläuten und die Studie eines kleinen Vans präsentieren.
Von Toyota erwartet man den überarbeiteten Avensis sowie eine gründliche Politur der aktuellen Lexus-Palette. Mazda bringt den überarbeiteten Xedos 9 nach Frankreich, und Mitsubishi hat den fünftürigen Pajero Pinin angekündigt.
Dazu gesellen sich aus Korea der Daewoo Tacuma, der neue Hyundai Lantra und der Allradler Santa Fe sowie der zweite Ableger des Kia Rio. Nur die Amerikaner schauen fast ausschließlich auf die Detroit Motor Show im Januar und werden deshalb in Paris nur mit wenigen Attraktionen glänzen.
Thomas Geiger, gms