Cuvrybrache in Kreuzberg: Berlins Favela
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...zwischen Schlesischer Straße, Cuvrystraße und Spree ist in diesem Winter eine Hüttensiedlung entstanden. Drop-Outs treffen hier auf Flüchtlinge und Wanderarbeiter.

© William Veder

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Cuvrybrache in Kreuzberg: Berlins Favela

Am Anfang waren Leere und Müll, dann kamen Zelte, dann Buden aus Wellblech und Holz. Schon wird zweigeschossig gebaut. In Berlins erster Favela an der Kreuzberger Cuvrystraße wächst etwas, woran sich Europa noch gewöhnen muss.

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Es ist eine vertrackte Sache mit dem Elend der anderen. Viele bemerken es nicht. Bis Rio de Janeiro, Mexico City, Katar oder Johannesburg muss niemand reisen, um nichts zu sehen. Berlin tut es auch. An der Kreuzung von Schlesischer Straße und Cuvrystraße in Kreuzberg befindet sich ein Ort, der „Cuvrybrache“ genannt wird oder einfach „Cuvry“. Er hat die Größe eines Fußballfeldes, wird zur Rückseite hin von fensterlosen Brandmauern begrenzt, zur Straße mit von Werbung beklebten Bauzäunen abgeschottet, bis auf drei kleine Durchlässe. Die vierte Grenze bildet auf etwa 50 Metern Länge die Spree. Ins Blickfeld rückt die Brache in den späten nuller Jahren mit dem Widerstand gegen das Stadtentwicklungsprojekt „Mediaspree“. Von den Bebauungsplänen des Spreeufers waren Freiflächen wie diese plötzlich bedroht. Und je mehr Grundstücke am Wasser an Investoren fielen, desto heftiger wurden die letzten Brachen, die in den Jahrzehnten zuvor niemanden sonderlich interessiert hatten, die einfach eben nur übrig geblieben waren von Weltkrieg und Stadtsanierung, verteidigt.

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