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Schauplatz Berlin (Auflösung21): Der Erfinder
Fast an jeder Ecke in Berlin hängt eine Gedenktafel, 2857 sind es insgesamt. Der Tagesspiegel bietet jede Woche ein Gedenktafel-Rätsel. Hier finden Sie, liebe Leserinnen und Leser, die Auflösung zu unserer einundzwanzigsten Folge.
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Vielleicht hatten sich damals schon einige seiner Talente gemeldet: als er sein Lateinbuch mit Skizzen von Lokomotiv-Typen und S-Bahnzügen vollkritzelte. Konrad Zuse war geborener Berliner, dann aber in Ostpreußen aufgewachsen und in Hoyerswerda zum Gymnasium gegangen. Dort zeigt sich die Bastelbegabung des Knaben, der den Zweigang seines Fahrrads mit dem Stabilbaukasten repariert, welcher ihm aber auch zugleich dazu dient, die regionale Abraumförderung für Aluminium als riesiges Liliputmodell nachzubauen. 1926 inspiriert Fritz Langs „Metropolis“ den Primaner, das Verkehrskonzept einer 35-Milionenstadt zu entwickeln: Er kombiniert das Schachbrettsystem amerikanischer Städte mit der Idee zentral gebündelter Straßenführung, entwirft Kleeblattkreuzungen und die Anbindung des U-Bahn-Netzes an Expresszug-Linien, Umsteigen während der Fahrt inbegriffen.Das Regelbewusstsein seines Vaters, der als preußischer Postbeamter in 40 Dienstjahren angeblich nie krank gewesen ist, internalisiert er selber nicht. Jedenfalls fallen seine langen Haare provozierend auf; er bezeichnet sich selbst sogar als Bummelstudenten. Aber wie Regeln funktionieren, das beschäftigt ihn.
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