Vietnamesen in Berlin: Der Nord-Süd-Konflikt
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Zentrum des Südens. Über der Spandauer Linh-Thuu-Pagode wehte lange die Fahne Südvietnams. Auch heute kommen Besucher mit Süd- und nordvietnamesischen Wurzeln einander nur zögernd näher.

© David Heerde

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Vietnamesen in Berlin: Der Nord-Süd-Konflikt

Ehemalige Boat People hier, linientreue Kommunisten da: Nach dem Mauerfall standen sich in Berlin Vietnamesen aus zwei Welten gegenüber. Bis heute ist man einander fremd. Eine Beziehungsgeschichte.

Von Bettina Malter

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Die beheizten Fliesen wärmen Fußpaare in Socken. Sohlen huschen über den spiegelglatten Boden der großen Halle mit den meterhohen, goldenen Buddha-Figuren, bis sie unter knieenden Oberschenkeln verschwinden. Über hundert buddhistische Vietnamesen sitzen Schulter an Schulter und blicken auf die Meisterin des Tempels: raspelkurze Haare, geschnürt in eine senffarbene Kutte. Sie verbeugt sich vor einer Tafel mit Gaben für die Ahnen: Teller mit Bananen, Erdbeeren und Weintrauben, Pyramiden aus Äpfeln und Mandarinen. Räucherstäbchen hüllen den Raum in Sandelholzduft. Die Meisterin singt wie in Trance die Gebete in ein Mikrofon. Später werden die Gläubigen miteinstimmen.

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