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Schauplatz Berlin (Auflösung 26): Die Reinmachefrau
Fast an jeder Ecke in Berlin hängt eine Gedenktafel, 2861 sind es insgesamt. Der Tagesspiegel bietet jede Woche ein Gedenktafel-Rätsel. Hier finden Sie, liebe Leserinnen und Leser, die Auflösung zu unserer sechsundzwanzigsten Folge.
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Woher hat Minna Fritsch so klar gewusst, wer die Guten, wer die Bösen sind? Was gab ihr, gegen den Strom, die Energie, so zu handeln? Religion ist eher nicht ihr Kompass gewesen. KPD-Mitglied war sie, trotzdem trägt in Pankow das katholische „Haus Minna Fritsch“ für Jugendliche ihren Namen. Die Mietskaserne im Kreuzberger Arbeiterkiez, wo sie damals in einem anderen Teil der Stadt ihre Wohnung hatte, steht heute nicht mehr. An dem Nachfolgebau, einem gelb und blau verputzten Mietshaus, hängt seit 1987 ihre Gedenktafel: eine Kupferplatte mit ihrem vierschrötigen Porträtrelief. Rundum ähnliche Mietskästen, mit und ohne Balkon. Schräg gegenüber in der Straßenfront die neugotische evangelische Backsteinkirche St. Simeon vom Ende des 19. Jahrhunderts. Vor der Fassade zwei Statuen – die Prophetin Hanna mit Buch, der prophetische Greis Simeon mit dem Säugling Jesus.
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