Schauplatz Berlin (Auflösung 13): Ein Baum für die Ewigkeit
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Die Gedenktafel für den Ginkgo biloba liegt auf einem Marmorblock am Breitscheid-Platz (Charlottenburg).

© OTFW, Berlin / Wikimedia.org - – Das Bild darf unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation verwendet werden.

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Schauplatz Berlin (Auflösung 13): Ein Baum für die Ewigkeit

Fast an jeder Ecke in Berlin hängt eine Gedenktafel, 2820 sind es insgesamt. Der Tagesspiegel bietet jede Woche ein Gedenktafel-Rätsel. Hier finden Sie, liebe Leserinnen und Leser, die Auflösung zu unserer dreizehnten Folge.

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Das urtümliche Gewächs regt die Fantasie an. Wer den Ginkgo biloba sieht und über ihn nachdenkt, projiziert in seine Existenz alles Bedeutsame hinein. Aus seinen Blättern und Früchten werden Heilmittel gegen Durchblutungsprobleme gewonnen. Im Sommer ist ein Exemplar seiner unvorstellbar alten, schädlingsresistenten Spezies am Gleisdreieck als Friedenssymbol gepflanzt worden. In Schöneberg haben schwule Aktivisten den Geheimnisumwitterten und in seiner geschlechtlichen Orientierung mal männlich, mal weiblich ausgerichten Baum dazu bestimmt, auf ihre eigene Daseinsberechtigung zu verweisen. In West New York (New Jersey) an der nordamerikanischen Ostküste erblickten Gläubige jüngst in einem angeblich kurzfristig aus dem Boden geschossenen Objekt dieser Gattung eine Heiligenerscheinung. Kaum zu glauben ist der historisch belegte Bericht, dass im August 1945 Ginkgo-Exemplare die nukleare Strahlung von Hiroshoma nahe dem Explosionszentrum aushielten – und trotz weitgehender Verkohlung neue Sprößlinge trieben.

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