
© Thilo Rückeis
Umbenennung der Treitschkestraße: Experte kritisiert Anwohner-Entscheid
Jürgen Karwelat von der Berliner Geschichtswerkstatt findet es falsch, nur die Anwohner zu befragen. Straßennamen seien Kulturgut der gesamten Gesellschaft. Die SPD in Steglitz-Zehlendorf spricht von einer "Alibiaktion".
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Der Straßennamen-Experte Jürgen Karwelat von der Berliner Geschichtswerkstatt hat den Anwohner-Entscheid zur Umbenennung der Treitschkestraße in Steglitz kritisiert. "Es ist nicht richtig, nur die Anwohner zu fragen. Der Straßenname ist ein Kulturgut, das die gesamte Gesellschaft angeht. Die Entscheidung darüber ist Sache der Bezirksverordneten", sagte Karwelat dem Tagesspiegel. In der Vergangenheit hätten sich Anwohner fast immer gegen eine Umbenennung ausgesprochen, oft aus rein pragmatischen Gründen. Auch die SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) lehnt die Befragung ab. "Das ist nur eine Alibiaktion. Wenn die Grünen wirklich umbenennen wollen, können sie mit uns jederzeit einen gemeinsamen Antrag stellen", sagt SPD-Fraktionschef Norbert Buchta. SPD und Grüne hätten in der BVV eine Mehrheit, allerdings regiert im Bezirk eine schwarz-grüne Zählgemeinschaft. Die CDU ist vehement gegen eine Umbenennung, und die Grünen wollen ihren politischen Partner nicht verprellen. Als Kompromisslösung verständigten sich beide Fraktionen darauf, die rund 400 Anwohner der Straße nach ihren Votum zu befragen und dann entsprechend zu beschließen.
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