Nachruf auf Christoph Richter: Genuss und Dienst
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Christoph Richter

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Nachruf auf Christoph Richter: Genuss und Dienst

Es war ihm kein Leichtes, Gefühle zu zeigen. Das protestantische Ethos aus seinen Lübecker Kinderjahren wirkte nach.

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Geht man es halbherzig an, ist mehr verdorben, als gefördert werden soll. Im Musikunterricht beispielsweise. Über Jahrzehnte entschied sich das Gros der Musiklehrer zwischen zwei Herangehensweisen, ihren Unterricht abzuhalten: Entweder wählten sie die Praxis, das heißt, sie sangen fast ausschließlich mit ihren Schülern. Oder sie entschieden sich, der Sache einen wissenschaftlichen Anstrich zu geben und versuchten, Noten und Begriffe in die jungen Köpfe zu pressen. G-Dur und e-Moll, Adagio, Andante, Etüde, Fuge, Polyphonie: In den jungen Köpfen schwirrten die Worte nur umher. Was die Lehrer hingegen versäumten, ihren Schülern beizubringen, war das Hören. Das genaue Hinhören. Was erzählt uns das Stück? Welche Gefühle erzeugt es? Mit welchen Mitteln werden diese Gefühle erzeugt? Was hat Musik mit ihnen, mit ihrem Alltag zu tun?

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