
© David von Becker
Anwohner am 1. Mai: Heraus zur Demo – oder besser flüchten?
Erst marschieren die Nazis durch Prenzlauer Berg, später die Autonomen durch Neukölln. Die Anwohner schwanken zwischen Angst und Gelassenheit.
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Der Punk mit der zarten Stimme möchte Daniel genannt werden. Er sieht müde aus, als er Zigaretten und Monatskarte in seinem Lieblingskiosk kauft. Dass die Nazis kommen, direkt durch seine Straße marschieren, durch die Schönhauser, die Flaniermeile von Prenzlauer Berg, das hat ihm einen leichten Schock versetzt. Dagegen demonstrieren will er nicht, eher „pennen“ und danach vielleicht zum Baumblütenfest nach Werder fahren. Vor den Nazis hat er schlicht und einfach Angst. „Das ist eine Riesenprovokation“, sagt der junge Mann hinterm Tresen.
Um 12 Uhr sollen sie ankommen, am S-Bahnhof Bornholmer Straße, dann schickt die Polizei die rechtsextremen Horden kontrolliert durch den nördlichen Prenzlauer Berg, eine Gegend, die lange im Schatten des ökoliberalen Szenestadtteils lag, aber wegen steigender Mieten nun auch bald dazugehören wird. Viele Anwohner sind erschrocken und ratlos, dass die Neonazis direkt durch ihren Kiez marschieren wollen.
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