
© Mike Wolff
Serie: 20 Jahre Einheit: Im Glauben vereint - Vor fünf Jahren
Andreas Rütenik war der erste Pfarrer aus dem Osten, der nach der Wende von einer West-Gemeinde ins Amt gewählt wurde. Nicht allen gefiel das damals. Britta Schröter, Vorsitzende des Gemeindekirchenrates aber wusste sofort: Das wird funktionieren. Was Sigrid Kneist darüber schrieb.
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Das passt, denkt Britta Schröter, als sie Andreas Rütenik das erste Mal erlebt. Am Himmelfahrtstag 1992 hält er in Mariendorf-Süd seinen Vorstellungsgottesdienst. Die kleine Gemeinde im Westteil Berlins sucht einen neuen Pfarrer, und Rütenik hat sich beworben. Er kommt aus der ehemaligen DDR. Die junge Vorsitzende des Gemeindekirchenrates ist beeindruckt von der Predigt, in der er in wenigen Sätzen auch die Schwierigkeiten beim Zusammenwachsen Deutschlands thematisiert und über seinen Lebensweg spricht. Schröter gehört damals seit 21 Jahren zur Gemeinde, ist dort konfirmiert worden, engagiert sich schon lange. Nach dem Gottesdienst kommt Rütenik mit den Gemeindemitgliedern ins Gespräch; im Garten wird gegrillt. Man geht aufeinander zu. Er hat schnell das Gefühl: „Das ist meine Gemeinde.“ Nach vielen Jahren als Dorfpfarrer sucht er eine neue Herausforderung in Berlin. Im Ostteil der Stadt ist keine passende Pfarrstelle frei, und Rütenik hat keine Berührungsängste mit dem Westen. „Haben wir uns da nicht schon das Du angeboten?“, fragt der 63-jährige Pfarrer, als er und seine Mitstreiterin im Pfarrhaus über ihre Erfahrungen von damals sprechen. Britta Schröter nickt.
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