Berlin: Impresario der modernen Architektur
Celina Kress erinnert an den Architekten Adolf Sommerfeld, eine Schlüsselfigur der Berliner Stadtentwicklung
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Berühmte Architekten wie Alfred Messel und Peter Behrens, Martin Wagner, Bruno Taut und Hans Scharoun gelten als die Erbauer des Neuen Berlin im frühen 20. Jahrhundert, aber Adolf Sommerfeld? Die Bauhistorikerin Celina Kress rückt nun den in Vergessenheit geratenen Protagonisten ins Blickfeld, der den namhaften Baukünstlern den Bau von Hunderten von Häusern erst ermöglichte. Der 1886 in Kolmar/Posen geborene, gelernte Schreiner und Absolvent einer Baugewerkschule Sommerfeld realisierte als Bauunternehmer bereits vor dem Ersten Weltkrieg Wohn- und Geschäftsbauten, darunter den Kopfbau des Kaufhauses Wertheim am Leipziger Platz, und arbeitete später mit den Bauhaus-Architekten zusammen. Und er wirkte als, heute würde man sagen „Developer“, im Südwesten Berlins, von Onkel-Toms-Hütte bis zum Botanischen Garten. Mit einem ausgeprägten unternehmerischen Gespür ausgestattet, verlegte er sich mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs auf Industriebau, militärische Hallen und Truppenunterkünfte, wofür er rationelle und Material sparende Bau- und Konstruktionsmethoden entwickelte. 1921 entstand in dieser Bauweise die Tribüne an der Südschleife der Avus.
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