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Veränderungswütiges Berlin: Laaaaangsamer!
Gaslaternen, Theater, Traditionscafés: Was in Berlin Geschichte atmet, verschwindet heute oft allzu schnell. Das mag im Einzelnen ökonomischen Zwängen geschuldet sein. Insgesamt zeugt es von einer grundnervösen Geisteshaltung, die einer Metropole unwürdig ist.
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W as habe ich mich gefreut, als es am Potsdamer Platz wieder ein Café Möhring gab. Der Traditionsname war ja völlig aus dem Stadtbild verschwunden, die Filialen am Kurfürstendamm, am Schloss Charlottenburg, am Gendarmenmarkt – alle weg. Jetzt plötzlich, ausgerechnet in diesem an vielen Stellen so kalt und künstlich wirkenden Viertel: ein Lichtblick. Angenehme Kaffeehausatmosphäre, klassisches Interieur, zurückhaltend ausgeleuchtet, leises Murmeln, entspannt und uneitel, nicht mit der Brechstange gewollt, die Preise auch in Ordnung. Eine Möglichkeit zum Innehalten. Und endlich ein richtiges Café in Philharmonie-Nähe, ein Basislager für Klassikfans, für angeregte Unterhaltungen und einen Imbiss vor dem Konzertbeginn. Die Stadt kann sich doch selbst heilen von ihrer übertriebenen Hektik, dachte ich.
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