
© Joachim Donath
THW auf Betriebsausflug: Mit einem Floß durchs Berliner Regenwassernetz
Köpfe runter, dann wird es schwarz: Kein normaler Mensch würde freiwillig in die Lücke der Spree-Ufermauer fahren - es sei denn auf einer Besichtigungstour in einen der größten Regenwasserkanäle der Stadt.
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Die Einfahrt ins Jenseits ist sehr klein und sehr schwarz. Kein normaler Mensch würde freiwillig in diese Lücke in der Ufermauer der Spree in Mitte fahren – es sei denn, er arbeitet bei den Berliner Wasserbetrieben (BWB) oder beim Technischen Hilfswerk (THW). An diesem Freitagnachmittag jedenfalls unternimmt die Rechtsabteilung der BWB ihren, nun ja, Betriebsausflug in einen der größten Regenwasserkanäle der Stadt. Das wiederum eröffnet dem THW die Chance, die „Jet Float“ genannten Schwimmplattformen zu Wasser zu lassen, die phänomenale 350 Kilo pro Quadratmeter tragen, was bei einem Test locker für den THW-Lieferwagen gereicht hat. Wenn man die schwarzen Kunststoffwürfel dreilagig baut, tragen sie sogar Panzer oder dienen als Behelfsbrücke, erzählen die THWler, während sie die BWBler zu sich aufs Plastikfloß bitten und mit gelben Bauhelmen versehen. Unter denen bemerkt man glücklicherweise nicht so leicht die schaurig dunklen Wolken, die am Sommerhimmel aufgequollen sind. Die THWler greifen zu den Paddeln. „Köpfe runter!“, ruft einer. Dann wird es schwarz. Kühl wird es auch, und es riecht dezent nach etwas, das eine der Geflößten als „alte Radieschen“ charakterisiert. Es gibt Schlimmeres als diesen schwachen Geruch. Zum Beispiel den Hinweis des Kanalanlagen-Betriebsleiters Ralf Jannek, der den Reiseleiter macht und sagt: „Bei Starkregen ist der Kanal bis zur Decke voll.“ Ob es draußen schon regnet, erfahren wir hier unten wohl erst, wenn es zu spät ist. Was rauscht hier überhaupt so komisch? „Das ist die Flutwelle, die von vorn kommt“, sagt Jannek. Witzig.
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