Wohnen in Berlin: Sozial Benachteiligte werden an den Stadtrand gedrängt
zum Hauptinhalt
Neuer Häuserkampf. Auch die Umwandlung sanierter Altbauten in Eigentumswohnungen treibt die Mietpreise in der Innenstadt in die Höhe.

© Kai-Uwe Heinrich

Tagesspiegel Plus

Wohnen in Berlin: Sozial Benachteiligte werden an den Stadtrand gedrängt

Ärmere Familien ziehen vermehrt aus teuren Innenstadtbezirken an die Peripherie. In den Großsiedlungen verschärfen sich die Probleme. Experten fordern eine entschlossenere Mietenpolitik.

Stand:

Sie nutzen Google? Sie können sich Artikel des Tagesspiegels in der Google-Suche
nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr erfahren oder direkt aktivieren.

Nie hätte der 13-jährige Kenan erwartet, dass seine Familie mal aus Kreuzberg wegzieht. Doch als die Aufforderung vom Jobcenter kam, innerhalb eines halben Jahres die Wohnkosten zu senken, gab es keinen anderen Ausweg. Plötzlich fand sich Kenan, der mit seinen zwei Geschwistern in der Nähe des Oranienplatzes aufgewachsen ist, am Rande Berlins wieder, in der Spandauer Großwohnsiedlung Falkenhagener Feld. Hier vermisst er nicht nur seine gewohnte Umgebung, die kleinen Lebensmittelläden und das Freizeitangebot Kreuzbergs, sondern vor allem seine Freunde. Die würden mit Bus und Bahn nun fast anderthalb Stunden brauchen, bis sie bei ihm seien. „Das haben sie ein paar Mal gemacht, dann blieben sie weg“, erzählt Kenan traurig. Petra Sperling vom Gemeinwesenverein Heerstraße Nord in Spandau sagt: „Wer aus finanziellen Gründen aus den Innenstadtbezirken an den Stadtrand ziehen muss, vermisst nicht nur das urbane Flair. Er fühlt sich oft regelrecht entwurzelt.“

showPaywall:
true
isSubscriber:
false
isPaid:
true
console.debug({ userId: "", verifiedBot: "false", botCategory: "" })