Streng organisiert, laut widersprochen: Rechtsextreme Demonstranten des „Dritten Wegs“ marschieren durch Marzahn
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Um 12 Uhr hat die Kundgebung der rechtsextremistischen Kleinstpartei „Dritter Weg“ in Marzahn begonnen.

© Julius Geiler

Update

Streng organisiert, laut widersprochen: Rechtsextreme Demonstranten des „Dritten Wegs“ marschieren durch Marzahn

In Berlin versammeln sich Rechtsextreme und Neonazis auf mehreren Demonstrationen. In Marzahn kommt es zu Gegenprotesten. Auch die Polizei ist vor Ort.

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Etwa 160 Mitglieder der rechtsextremen Kleinstpartei „Der Dritte Weg“ haben sich nach Polizeiangaben am Samstagmittag vor dem „Eastgate“-Einkaufscenter in Berlin-Marzahn versammelt.

Der Auftakt der Neonazi-Demonstration wurde begleitet von einem linken Gegenprotest mit etwa 100 Teilnehmenden direkt gegenüber. Mehrere Redebeiträge der Rechtsextremisten waren wegen lauter „Buh“-Rufe und Parolen wie „Alerta, Alerta, Antifaschista“ nur schwer zu verstehen.

Gegen 12.45 Uhr setzten sich die Neonazis schließlich in Richtung Märkische Allee in Bewegung. Geplant ist eine Route durch Marzahn. Sie soll über die Raoul-Wallenberg-Straße und Landsberger Allee zurück zum Ausgangspunkt führen.

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Julius Geiler / Melanie Probandt

Im Unterschied zu anderen rechtsextremen Demonstrationen sind Versammlungen des „Dritten Wegs“ nicht darauf ausgelegt, externe Teilnehmer anzuziehen. Vielmehr geht es der Kleinstpartei um ihre eigene Außendarstellung. Auch in Marzahn achteten die parteieigenen Ordner streng auf bestimmte Regeln bei der Aufstellung des Demonstrationszugs.

Orchestriert in Dreier-Reihen, getrennt in zwei Blöcke und unter rhythmischen Trommelschlägen liefen die Neonazis los. Der hintere Block war geprägt durch viele junge Mitglieder der Partei und der Jugendorganisation „Nationalrevolutionäre Jugend“ (NRJ), die auf Transparenten unter anderem „Krieg den Drogen“ forderte.

Angeführt wurde die „NRJ“ durch Erik S., der per Megafon Parolen vorgab. S. war in der Vergangenheit mehrfach Ziel von Hausdurchsuchungen, ihm werden mehrere Angriffe auf politische Gegner vorgeworfen.

Wie wichtig den Neonazis ihre Außendarstellung ist, war an einer Szene kurz vor dem Auftakt zu erkennen. Zwei Männer, mit Bierdosen in der Hand, wollten sich spontan dem Aufzug anschließen. Sofort wurden sie von Ordnern darum gebeten, nicht innerhalb der Demonstration mitzulaufen. „Schon gar nicht mit dem Bier“, sagte einer der „Dritte Weg“-Ordner.

Die Polizei war mit zahlreichen Beamten vor Ort. Zwischenfälle gab es zunächst nicht, wie ein Polizeisprecher sagte. 

Weitere Neonazi-Demonstration in Mitte

Auch am Potsdamer Platz begann am Mittag eine Demonstration von Anhängern aus der Neonazi-Szene. Angemeldet waren 200 Menschen. Zunächst kamen nur einige Dutzend zusammen, zum Teil aus dem Umfeld der früheren NPD und jetzigen Partei „Die Heimat“. 

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Melanie Probandt

Einsatzkräfte der Polizei beschlagnahmten bei der Versammlung am Potsdamer Platz mehrere Gegenstände, unter anderem wegen des Verdachts, dass diese als Schutzbewaffnung genutzt werden sollten. Außerdem hatten die rechtsextremen Demonstranten Sticker dabei, auf denen verbotene Parolen standen.

Bei der Demonstration soll zudem ein Medienvertreter angegriffen und geschlagen worden sein, heißt es von der Polizei auf X. Auch sein Mikrofon soll beschädigt worden sein. Ein Mann wurde festgenommen.

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Nach Polizeiangaben versammelten sich mehr als 150 Gegendemonstranten. Die Polizei hatte Absperrgitter aufgestellt, um die beiden Gruppen voneinander zu trennen. Zudem setzte sie bei den rechtsextremen Demonstranten das Verbot von Uniformen und Vermummungen durch, wie ein Sprecher sagte. 

Anlässlich der Demonstrationen von Rechtsextremen in Mitte und Marzahn sowie von Verschwörungsanhängern am Großen Stern ist die Berliner Polizei mit besonders vielen Einsatzkräften unterwegs. Laut den Angaben einer Polizeisprecherin begleiten 1800 Beamte die Proteste im gesamten Stadtgebiet. Einen lokalen Schwerpunkt gebe es nicht. (mit dpa)

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