Container-Architektur in Berlin: Zwischenräume
zum Hauptinhalt
Bauklötze. Die Flüchtlingsunterkunft in Köpenick besteht aus 252 aneinandergebauten Einzelcontainern.

© Hendrik Lehmann

Tagesspiegel Plus

Container-Architektur in Berlin: Zwischenräume

Container bieten Platz für nahezu alles. Neben Gütern, Flüchtlingen, Kunst und Studenten steckt in ihnen deshalb auch eine mögliche Stadt der Zukunft.

Von Hendrik Lehmann

Stand:

Sie nutzen Google? Sie können sich Artikel des Tagesspiegels in der Google-Suche
nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr erfahren oder direkt aktivieren.

"Ist hier dann Krieg?“, fragt ein Mädchen im Grundschulalter, während es eine etwa Vierjährige, großflächige Spuren von Schokoeis um den Mund, im Buggy an einer mehrstöckigen Reihe frisch aufgestellter Wohncontainer entlangschiebt. Es ist nasswarm und Mitte Dezember. Die Menschen, die in die Container inmitten der Köpenicker Plattenbausiedlung Allende II einziehen sollen, sind noch nicht da. Nur der Konflikt um ihre Unterbringung beherrscht schon die Gespräche, auch beim Nachwuchs: „Die, die da rein kommen, die kommen doch aus dem Krieg. Dann ist hier doch auch Krieg, oder?“, sagt die Siebenjährige jetzt. Ihre Mutter habe ihr erzählt, manche von den Kindern würden in ihre Klasse kommen. Da müsse sie aufpassen, die würden den anderen Kindern ihre Sachen klauen. Die Vierjährige guckt verdutzt auf das Resteis in ihrer Hand. „Ich gehe dann jedenfalls nicht mehr alleine raus“, sagt die Ältere und schiebt den Buggy weiter gegen das Grau der Platten.

showPaywall:
true
isSubscriber:
false
isPaid:
true
console.debug({ userId: "", verifiedBot: "false", botCategory: "" })