Richard Glücks: Der Mann, der Auschwitz verwaltete
Die Kommandanten von 15 Konzentrationslagern bekamen von ihm ihre Anweisungen. Richard Glücks galt als höflicher Mann – und organisierte an seinem Schreibtisch die Ausbeutung der Häftlinge bis zu ihrem Tod.
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Das Rundschreiben ging an die Kommandanten aller Konzentrationslager: „Betrifft: Verwertung der abgeschnittenen Haare“. Menschenhaar, hieß es darin, sei ein wichtiger Rohstoff, zu Garn versponnen würden daraus Füßlinge für U-Bootbesatzungen und Eisenbahner. Versuchsweise solle auch das Haar männlicher Häftlinge genutzt werden, wenn es denn mindestens zwei Zentimeter lang sei. Und weil der Schreiber dieser Zeilen außerordentlich gründlich war, fiel ihm noch etwas ein. Lange Haare könnten ja auf der Flucht das Untertauchen erleichtern. Deshalb solle „eine Kennzeichnung der Häftlinge in der Weise erfolgen, dass mit einer schmalen Haarschneidemaschine mitten über den Kopf eine Haarbahn geschnitten wird.“ Das Wort „schmal“ ist gesperrt geschrieben, um seine Bedeutung zu unterstreichen. Gezeichnet am 6. August 1942 von Richard Glücks.
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