Medien: Die Mitläufer der Politik
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Medien: Die Mitläufer der Politik

Der „Bericht aus Berlin“ wechselt den Sendeplatz. Für eine Sendung mit Gewicht wird das nicht reichen

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Herr Baumann spricht einen Kommentar. Zum Thema des Tages. Es ist der 11. Februar. Es geht um Gesetzesverschärfungen, die Rot-Grün plant, damit am 8. Mai keine Neonazis durch das Brandenburger Tor marschieren können. Herr Baumann ist dafür. Und für Zivilcourage. Das wären zwei Sätze. Herr Baumann aber braucht anderthalb Minuten. Allem Gesagten verleiht er Bedeutung. Zum selben Thema gab es zu diesem Zeitpunkt schon Zeitungskommentare von Heribert Prantl („SZ“), Bernd Ulrich („Die Zeit“), Stefan Reinecke („taz“) und Hans- Ulrich Jörges („stern“). Die Schlussfolgerungen waren unterschiedlich, aber all diese Kommentare waren meinungsfreudig, informativ und sprachmächtig. Herr Baumann teilt dem Zuschauer nichts Neues mit und regt ihn auch nicht zum Denken an. Das ist wohl auch nicht seine primäre Absicht, denn er hat die Perspektive eines Schiedsrichters zwischen den politischen Fronten gewählt. Er empfiehlt der Union, in dieser Frage auf Rot-Grün zuzugehen. Das ist seine wichtige Botschaft. Herr Baumann ist also ein Politik-Ratgeber. Seine Bedeutung bezieht er nicht aus seinem Verhältnis zu den Zuschauern.

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