Ernst Elitz im Interview: „Journalismus wird zum Thermomix“
zum Hauptinhalt
An der FU studierte der gebürtige Berliner Ernst Elitz Germanistik, Theaterwissenschaften und Politik. Früh arbeitete er für Zeitungen und Rundfunk, ab 1966 für das „Kulturelle Wort“ beim Rias. Danach war er Redakteur beim „Spiegel“. Mitte der 1970er Jahre kam er zum ZDF, beim Magazin „Kennzeichen D“ berichtete er über das geteilte Deutschland. In den 80er Jahren wechselte er als Chefredakteur Fernsehen zum Süddeutschen Rundfunk. Mit „Pro & Contra“ wurde Elitz ein Vorreiter des interaktiven TV. Mauerfall und Wiedervereinigung boten für den Journalisten persönliche und berufliche Höhepunkte, 1994 wurde er Gründungsintendant von Deutschlandradio.

© picture alliance / dpa

Tagesspiegel Plus

Ernst Elitz im Interview: „Journalismus wird zum Thermomix“

Aber bloßer Pessimismus ist Ernst Elitz’ Sache beileibe nicht. Ein Gespräch zum 80. Geburtstag des Gründungsintendanten von Deutschlandradio.

Stand:

Sie nutzen Google? Sie können sich Artikel des Tagesspiegels in der Google-Suche
nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr erfahren oder direkt aktivieren.

Herr Elitz, was lässt sich über den aktuellen Zustand der Medien sagen?
Die Medien sind im Krisenmodus. In den Redaktionen wird gespart, Personal abgebaut. Das mindert die Durchschlagskraft. Aber ich drücke nicht auf die Jammertaste, denn das Internet ist kein Angstgegner mehr und der Online-Journalismus ist eine große Chance, denn im Netz können die klassischen Medien auch ein Publikum erreichen, das nie zur Papierzeitung gegriffen hätte. Die Medien haben unabhängig vom Ausspielweg die Rolle des Aufklärers und Faktencheckers, sie versehen die News mit dem notariellen Gütesiegel: „Worauf Du Dich verlassen kannst!“. Ihr Auftritt im Internet ist für die Gesellschaft umso notwendiger, weil da jeder Quatschkopf seine Falschinformationen verbreiten kann.

showPaywall:
true
isSubscriber:
false
isPaid:
true
console.debug({ userId: "", verifiedBot: "false", botCategory: "" })