Medien: Wer wird Milliardär?
Über Sinn und Unsinn der Einschaltquote, Unterschichten-TV und bessere Programme. Gedanken zum Film „Free Rainer – Dein Fernseher lügt“
Stand:
nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr erfahren oder direkt aktivieren.
Das Herz der deutschen Einschaltquote schlägt im Norden Nürnbergs. Hinter dicken Metalltüren, im Erdgeschoss der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), in einem videoüberwachten „IT-Sicherheitsbereich“, zugänglich nur mit Chipkarte. Von hier, aus dem Rechenzentrum der GfK, verdichtet und erschlossen aus hunderten von Kabeln, blinkenden Displays und Modems, die mit tausenden von Wohnungen in der Republik verbunden sind, gehen jeden Morgen die wichtigsten Zahlen der Medienrepublik ins Land. Zahlen, die über Wohl und Wehe von Programmen und Personen entscheiden: die Einschaltquote vom Vorabend. Sie beziffert den Marktanteil von Sendungen, also den Prozentsatz der Zuschauer, die einen „Tatort“, eine Pilcher-Romanze, ein Blockbuster-Movie oder einen Fassbinder-Themenabend verfolgt haben. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird mit der Einschaltquote oft die absolute Zuschaueranzahl einer Sendung bezeichnet. So wurde 2006 das Fußball-WM-Spiel Deutschland gegen Italien mit 29,66 Millionen Zuschauern der Quotenrekord in Deutschland.
- showPaywall:
- true
- isSubscriber:
- false
- isPaid:
- true